Dax rutscht unter 23.000: Nvidia-Effekt verpufft vollständig
Der deutsche Aktienmarkt steht am Freitag spürbar unter Druck und droht die psychologisch wichtige Marke von 23.000 Punkten zu verlieren. Der X-Dax signalisiert kurz vor Handelsstart ein Minus von 1,2 Prozent auf 22.996 Punkte – ein Niveau, das zuletzt Anfang Mai erreicht wurde. Der kräftige Ausverkauf an der Wall Street dämpft zum Wochenschluss jede Hoffnung auf Stabilität. Die positive Überraschung durch Nvidias starken Quartalsbericht hat sich als kurzes Strohfeuer erwiesen. Die Aktie des KI-Chipkonzerns drehte nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und zog den gesamten Tech-Sektor mit nach unten. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners sieht die Rückkehr der KI-Blasenangst als zentralen Belastungsfaktor. Viele Anleger würden sich zum Jahresende scheuen, neue Positionen einzugehen, während gleichzeitig panikartige Verkäufe einsetzen. Charttechnisch verschlechtert sich die Lage weiter. Der Dax notiert seit drei Tagen unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Mit dem schwachen Start vergrößert sich der Wochenverlust auf rund 3,7 Prozent. Auch die Zinspolitik der US-Notenbank sorgt für Unsicherheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im Dezember auf eine Zinssenkung verzichtet, steigt. Analyst Stephen Innes weist zudem auf das zunehmende Missverhältnis hin zwischen aggressiven KI-Investitionen und bislang nur zögerlicher Monetarisierung der Technologie. Einzelwerte geraten im aktuellen Umfeld kaum in den Fokus. Eine Ausnahme könnten CTS Eventim sein: Der Ticketingkonzern überzeugte mit starken Zahlen und bestätigten Jahreszielen. Vorbörslich lagen die Aktien auf Tradegate rund zwei Prozent im Plus. Die zentrale Frage für Anleger lautet nun: Stabilisiert sich der Dax über 23.000 Punkten – oder setzt sich die Korrektur in der kommenden Woche fort?
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