Deutschland fehlen 1,35 Millionen Wohnungen – warum wird nicht einfach mehr gebaut?
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Deutschland fehlen 1,35 Millionen Wohnungen – warum wird nicht einfach mehr gebaut?

Junge im Business-Outfit auf einem Finanzwissen-Titelbild zum Wohnungsmangel in Deutschland und rund 1,35 Millionen fehlenden Wohnungen
In Deutschland fehlen laut aktuellem Bau-Monitor rund 1,35 Millionen Wohnungen. Wir erklären kindgerecht, warum zu wenig gebaut wird und was das mit Mieten, Familien und der Wirtschaft zu tun hat.
Stell dir vor: Deine Familie sucht eine neue Wohnung. 🏠 Ihr findet eine, die groß genug ist, aber 30 andere Familien möchten sie ebenfalls haben. Plötzlich wird die Wohnungssuche zu einem echten Wettbewerb. Genau dieses Problem gibt es gerade in vielen Teilen Deutschlands. Es fehlen Wohnungen und das kann nicht nur die Mieten erhöhen, sondern sogar der gesamten Wirtschaft schaden.

🏘️ Wie groß ist Deutschlands Wohnungslücke?

In Deutschland gibt es Millionen Wohnungen. Trotzdem reichen sie nicht überall aus. Nach Berechnungen des aktuellen Bau-Monitors 2026 fehlen bundesweit rund 1,35 Millionen Wohnungen. Das bedeutet nicht, dass überall in Deutschland gleich viele Wohnungen fehlen. Besonders schwierig ist die Situation dort, wo viele Menschen leben und arbeiten möchten. In Nordrhein-Westfalen fehlen der Studie zufolge beispielsweise rund 364.000 Wohnungen, in Bayern etwa 220.000 und in Baden-Württemberg rund 201.000.

🧒 Einfach erklärt

Wohnungsmangel bedeutet nicht, dass Menschen plötzlich gar keine Häuser mehr haben. 🏠 Es bedeutet, dass es dort, wo Wohnungen gebraucht werden, zu wenige passende und bezahlbare Wohnungen gibt.

🏗️ Warum baut Deutschland nicht einfach mehr?

Das klingt zunächst nach einer einfachen Lösung: Fehlen Wohnungen, bauen wir eben neue. Doch ein Haus zu bauen kostet sehr viel Geld. Grundstücke, Baumaterialien, Handwerker und Technik müssen bezahlt werden. Hinzu kommen Bauvorschriften und Genehmigungen. Und wer sich für ein Bauprojekt Geld von einer Bank leiht, muss dafür Zinsen bezahlen. 💶 Sind die Gesamtkosten zu hoch, kann sich ein Projekt für ein Unternehmen oder einen privaten Bauherrn irgendwann nicht mehr rechnen. Dann wird ein geplantes Haus möglicherweise später gebaut oder gar nicht.

📉 Was ist in den vergangenen Jahren passiert?

Die Baukrise hat deutliche Spuren hinterlassen. Im Jahr 2025 wurden bundesweit rund 84.600 Wohnungen weniger fertiggestellt als 2023. Das ist problematisch, weil gleichzeitig weiterhin viele Wohnungen gebraucht werden. Wenn weniger neue Wohnungen entstehen, wächst die vorhandene Lücke weiter oder lässt sich zumindest nur schwer schließen.

💶 Warum können fehlende Wohnungen die Mieten erhöhen?

Hier hilft eine wichtige Regel aus der Wirtschaft: Angebot und Nachfrage. Stell dir vor, auf dem Schulhof möchten zehn Kinder einen bestimmten Sammelsticker haben, aber es gibt nur zwei Stück. ⭐ Der Sticker ist plötzlich besonders begehrt. Bei Wohnungen kann etwas Ähnliches passieren: Suchen viele Menschen eine Wohnung, während nur wenige Wohnungen angeboten werden, haben Vermieter eine große Auswahl an Interessenten. Das kann dazu beitragen, dass die Preise und Mieten steigen – besonders in beliebten Städten und Regionen.

💡 Merke

Wenn viele Menschen eine Wohnung suchen, aber nur wenige Wohnungen verfügbar sind, entsteht Knappheit. Das kann Preise nach oben drücken. Mehr Wohnungen können deshalb helfen, den Druck auf dem Wohnungsmarkt zu verringern.

👨‍👩‍👧 Was bedeutet Wohnungsmangel für Familien?

Eine Wohnung ist für Familien meistens einer der größten monatlichen Kostenpunkte. Steigt die Miete, bleibt weniger Geld für andere Dinge übrig: Lebensmittel, Kleidung, Freizeit, Urlaub oder Sparen. 💶 Besonders schwierig kann es werden, wenn eine Familie eine größere Wohnung benötigt – zum Beispiel weil ein weiteres Kind geboren wird. Findet sie keine bezahlbare Wohnung, muss sie vielleicht länger in einer eigentlich zu kleinen Wohnung bleiben oder weiter außerhalb wohnen.

🏭 Was haben fehlende Wohnungen mit Arbeitsplätzen zu tun?

Jetzt wird das Thema besonders spannend für die Wirtschaft. Stell dir vor, ein Krankenhaus sucht eine neue Pflegekraft. Die Pflegekraft findet einen Arbeitsplatz – aber keine bezahlbare Wohnung in der Nähe. Vielleicht entscheidet sie sich deshalb für einen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt. Das gleiche Problem kann Unternehmen treffen, die Handwerker, Verkäuferinnen, Ingenieure oder andere Fachkräfte suchen. Wohnungsmangel kann dadurch sogar dazu führen, dass offene Arbeitsplätze schwieriger besetzt werden können.

💡 Einfach gesagt

Wohnungsbau bewegt viel Geld. 🏗️ Wenn ein Haus gebaut wird, bekommen Bauunternehmen, Handwerker und viele andere Firmen Aufträge. Sie zahlen Löhne und Steuern. Wird deutlich weniger gebaut, kann deshalb auch weniger Geld durch die Wirtschaft fließen.

📈 Wird inzwischen wieder mehr gebaut?

Zumindest bei den Baugenehmigungen gibt es ein positives Zeichen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 126.300 Wohnungen genehmigt. Das waren 15,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ging es aufwärts. Allerdings gibt es einen wichtigen Haken: Eine genehmigte Wohnung ist noch keine fertige Wohnung. 🏗️ Zwischen der Genehmigung und dem Einzug können Monate oder sogar Jahre liegen.

🧱 Genehmigt heißt noch lange nicht gebaut

Stell dir vor, du bekommst die Erlaubnis, ein Baumhaus zu bauen. 🌳 Damit steht das Baumhaus aber noch nicht. Du brauchst Holz, Werkzeug, Helfer und natürlich Geld. Genauso funktioniert es beim Wohnungsbau. Eine Genehmigung erlaubt ein Bauprojekt. Danach muss sich das Projekt aber weiterhin finanzieren lassen und tatsächlich umgesetzt werden. Deshalb können steigende Genehmigungszahlen Hoffnung machen – den Wohnungsmangel lösen sie aber nicht sofort.

🏛️ Wie könnten wieder mehr Wohnungen entstehen?

Über diese Frage streiten Politik, Bauwirtschaft und Experten. Diskutiert wird zum Beispiel darüber, Bauvorschriften einfacher zu machen, Genehmigungen zu beschleunigen und günstigeres Bauen zu ermöglichen. Auch Förderprogramme können eine Rolle spielen. Sie sollen bestimmte Bauprojekte finanziell attraktiver machen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, vorhandene Gebäude besser zu nutzen – beispielsweise indem leerstehende Gebäude umgebaut oder zusätzliche Wohnungen in bestehenden Häusern geschaffen werden. Die große Herausforderung lautet dabei: Es sollen nicht nur viele Wohnungen entstehen, sondern auch Wohnungen, die sich Menschen mit normalen Einkommen leisten können.

🎯 Fazit: Fehlende Wohnungen sind auch ein Finanzproblem

Nach dem aktuellen Bau-Monitor fehlen in Deutschland rund 1,35 Millionen Wohnungen.

Das trifft zunächst Menschen, die eine Wohnung suchen. Doch die Folgen reichen viel weiter.

Knappes Angebot kann Mieten unter Druck setzen. Familien müssen einen größeren Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Unternehmen können Schwierigkeiten bekommen, neue Mitarbeiter zu finden. Und wenn weniger gebaut wird, fehlen der Wirtschaft Aufträge.

Immerhin gibt es ein erstes positives Zeichen: Die Zahl der Baugenehmigungen ist im ersten Halbjahr 2026 wieder gestiegen.

Doch bis aus einer Genehmigung eine Wohnung mit Schlüssel und Haustür wird, braucht es Zeit. 🔑🏠

Oder kinderleicht gesagt: Deutschland braucht nicht einfach nur mehr Häuser – sondern genügend Wohnungen dort, wo Menschen sie brauchen und zu Preisen, die sie bezahlen können.

🎉 Fun Fact

Eine Wohnung kann sogar entstehen, ohne dass ein neues Haus gebaut wird. 🏠 Aus einem großen Dachboden, einem früheren Büro oder einer anderen Fläche können durch Umbauten neue Wohnungen werden. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 20.800 Wohnungen durch geplante Umbaumaßnahmen genehmigt.