Evonik Aktie: Starkes Q3 trifft auf BASF Übernahmefantasie
Gewinn steigt um 40 Prozent, Umsatz legt deutlich zu
Das dritte Quartal fällt operativ stark aus. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf rund 3,83 Milliarden Euro und verzeichnete damit den größten Quartalsanstieg seit 2022. Höhere Verkaufspreise und zwei Prozent mehr Absatz sorgten für Rückenwind. Das bereinigte EBITDA erreichte 629 Millionen Euro und lag damit 40 Prozent über dem Vorjahreswert von 448 Millionen Euro. Der Marktkonsens von rund 633 Millionen Euro wurde allerdings knapp verfehlt. Besonders positiv entwickelte sich der Free Cashflow mit 369 Millionen Euro.
BASF bietet 24 Euro je Aktie, Evonik lehnt Gespräche ab
Für die Aktie bleibt das mögliche Übernahmeangebot von BASF mindestens ebenso wichtig wie die Geschäftszahlen. BASF hat sein Interesse zuletzt auf 24 Euro je Evonik Aktie erhöht, was einem Unternehmenswert von rund 11,18 Milliarden Euro entspricht. Evonik entschied am 30. Oktober dennoch, nicht in formelle Verhandlungen einzutreten und will seine Strategie als eigenständiger Konzern fortsetzen. Die Tür ist allerdings nicht vollständig geschlossen, denn Evonik zeigt sich zu einem vertraulichen Informationsaustausch mit BASF bereit. Damit bleibt zusätzliche Übernahmefantasie im Kurs enthalten.
Marktgedanke: Bei Evonik treffen aktuell operative Verbesserung und Übernahmefantasie aufeinander. Das starke Q3 zeigt, dass höhere Preise, Effizienzprogramme und Portfolioanpassungen Wirkung zeigen. Gleichzeitig setzt das BASF Interesse einen sichtbaren Referenzwert für die Aktie. Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob BASF sein Angebot nochmals verbessert oder Evonik mit der eigenen Strategie beweisen kann, dass ein höherer Wert auch ohne Übernahme erreichbar ist.
Kostensenkungen verbessern das Ergebnis, belasten aber kurzfristig
Evonik treibt sein Effizienzprogramm Tailor Made bis 2029 weiter voran. Weltweit sollen rund 3.200 Stellen entfallen, davon etwa 2.150 in Deutschland. Im dritten Quartal wurden dafür Rückstellungen von 313 Millionen Euro gebildet, unter anderem für Abfindungen. Dadurch blieb das Nettoergebnis mit minus 53 Millionen Euro negativ. Operativ sollen die Maßnahmen jedoch die Kostenbasis dauerhaft senken und dazu beitragen, die Kapitalrendite ROCE bis 2029 auf rund elf Prozent zu steigern.
Advanced Technologies wird zum stärksten Ergebnistreiber
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Advanced Technologies. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 19 Prozent auf 1,713 Milliarden Euro, während das bereinigte EBITDA um 87 Prozent auf 377 Millionen Euro sprang. Die Marge verbesserte sich von 14,0 auf 22,0 Prozent. Höhere Preise und Mengen bei Aminosäuren, eine bessere Nachfrage nach Hochleistungspolymeren und Effizienzmaßnahmen trugen dazu bei. Custom Solutions steigerte das bereinigte EBITDA ebenfalls um sieben Prozent auf 231 Millionen Euro.
Portfolioverkäufe und BASF bleiben die nächsten Kurstreiber
Evonik arbeitet gleichzeitig weiter an seinem Portfolio. Für das Oxeno Geschäft mit C4 Chemikalien soll in den kommenden Monaten ein Käufer präsentiert werden, außerdem laufen Vorbereitungen für einen möglichen Verkauf des Chemieparkbetreibers Syneqt. Für 2026 erwartet Evonik weiterhin rund 850 Millionen Euro Free Cashflow. Bei den Analysten reicht das Bild von 14 Euro bei JPMorgan bis 22 Euro bei der DZ Bank, während Berenberg 20 Euro nennt. Diese Einschätzungen stammen teilweise noch aus der Zeit vor den aktuellen Q3 Zahlen und der jüngsten BASF Offerte. Der nächste reguläre Berichtstermin ist der 4. März 2027.
Evonik Aktie: Die wichtigsten Fakten
- Der Q3 Umsatz stieg um 13 Prozent auf rund 3,83 Milliarden Euro.
- Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro.
- Die bereinigte EBITDA Marge erreichte 16,4 Prozent.
- Der Free Cashflow stieg im dritten Quartal auf 369 Millionen Euro.
- Nach neun Monaten liegt der Free Cashflow bei 601 Millionen Euro.
- Für 2026 erwartet Evonik rund 850 Millionen Euro Free Cashflow.
- Das bereinigte EBITDA soll in der oberen Hälfte von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro liegen.
- BASF hat Interesse an einer Übernahme zu 24 Euro je Aktie signalisiert.
- Evonik lehnt formelle Übernahmeverhandlungen derzeit ab.
- Bis 2029 sollen weltweit rund 3.200 Stellen entfallen.
- Advanced Technologies steigerte das bereinigte EBITDA um 87 Prozent.
- Die Aktie schloss am 2. November auf Xetra bei 20,74 Euro.
FAQ zur Evonik Aktie
Wie sind die aktuellen Evonik Zahlen ausgefallen?
Evonik erzielte im dritten Quartal rund 3,83 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 629 Millionen Euro.
Wie lautet die Evonik Prognose für 2026?
Evonik erwartet das bereinigte EBITDA in der oberen Hälfte der bisherigen Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro.
Will BASF Evonik übernehmen?
BASF hat Interesse an einer freiwilligen Übernahme signalisiert und zuletzt 24 Euro je Aktie geboten. Evonik lehnt formelle Verhandlungen derzeit ab.
Warum schreibt Evonik trotz starkem Geschäft einen Verlust?
Hohe Rückstellungen für das Effizienzprogramm belasteten das Nettoergebnis. Im dritten Quartal wurden dafür 313 Millionen Euro zurückgestellt.
Welche Chancen bietet die Evonik Aktie?
Chancen bestehen durch höhere Margen, Kostensenkungen, Portfolioverkäufe, steigenden Free Cashflow und zusätzliche Übernahmefantasie durch BASF.
Welche Risiken bestehen bei Evonik?
Risiken sind die schwache Industriekonjunktur, volatile Rohstoffpreise, Restrukturierungskosten und ein mögliches Ende der Übernahmefantasie.
Wann veröffentlicht Evonik die nächsten Zahlen?
Die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2026 sollen am 4. März 2027 veröffentlicht werden.
Hinweis und Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlagen und Aktien. Infos Unter übernimmt keinerlei Haftung für daraus entstehende Ansprüche.