AMD Aktie: Rekordquartal und KI Nachfrage treiben die nächste Wachstumsphase
Data Center Umsatz steigt um 97 Prozent
Der wichtigste Wachstumstreiber ist inzwischen eindeutig das Geschäft mit Rechenzentren. Der Data Center Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahr um 97 Prozent auf den Rekordwert von 8,55 Milliarden US Dollar. AMD profitiert dabei sowohl von der starken Nachfrage nach EPYC Serverprozessoren als auch vom Hochlauf der neuen Instinct MI450 Beschleuniger. Das operative Ergebnis des Segments erreichte 2,88 Milliarden US Dollar. Damit wächst AMD zunehmend in eine Rolle hinein, in der der Konzern nicht mehr nur als Alternative zu Nvidia wahrgenommen wird, sondern selbst zu einem zentralen Anbieter großer KI Infrastruktur wird.
Q4 Prognose setzt noch einmal deutlich höhere Maßstäbe
Auch der Ausblick fällt stärker aus als vom Markt erwartet. Für das vierte Quartal rechnet AMD mit einem Umsatz von rund 17 Milliarden US Dollar, wobei eine Schwankungsbreite von drei Prozent vorgesehen ist. Am Mittelpunkt der Prognose entspricht das einem Wachstum von rund 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr und etwa 27 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Die bereinigte Bruttomarge soll bei ungefähr 55 Prozent liegen. CEO Lisa Su erwartet zusätzlich, dass die Produktion der Helios Systeme und der neuen Venice Prozessoren weiter hochgefahren wird.
Marktgedanke: AMD befindet sich aktuell in einer entscheidenden Phase. Der Konzern gewinnt bei KI Beschleunigern und Serverprozessoren sichtbar an Gewicht und kann zunehmend große Kunden von einer Alternative zu Nvidia überzeugen. Gleichzeitig sind die Erwartungen nach dem starken Wachstum enorm gestiegen. Für die weitere Kursentwicklung dürfte deshalb entscheidend sein, ob AMD den geplanten Produktionshochlauf bewältigt und die außergewöhnlich hohe Nachfrage auch dauerhaft in steigende Margen und Cashflows übersetzt.
AMD erwartet für 2027 mehr als 80 Prozent Umsatzwachstum
Besonders offensiv fällt der Ausblick auf das kommende Jahr aus. Auf der Telefonkonferenz stellte das Management für 2027 ein Umsatzwachstum von mehr als 80 Prozent in Aussicht. Das Data Center Geschäft soll dann mehr als 80 Prozent des gesamten Konzernumsatzes ausmachen. Der Umsatz mit Serverprozessoren soll sich ungefähr verdoppeln, während das Geschäft mit KI Beschleunigern noch deutlich schneller wachsen soll. Gleichzeitig erklärte AMD, dass die Nachfrage aktuell höher ist als das verfügbare Angebot. Genau hier liegt eine der größten Chancen, aber auch eines der wichtigsten Risiken für das kommende Jahr.
OpenAI und Meta bringen Milliardenaufträge, aber auch Verwässerungsrisiken
Die großen KI Partnerschaften haben allerdings ihren Preis. AMD verbuchte im dritten Quartal eine nicht zahlungswirksame Belastung von rund 1,07 Milliarden US Dollar für Optionsrechte, die im Rahmen der Vereinbarungen mit OpenAI und Meta ausgegeben wurden. Meta hat sich zu Käufen von bis zu 60 Milliarden US Dollar an KI Chips über fünf Jahre verpflichtet, während auch OpenAI eine umfangreiche Vereinbarung mit AMD geschlossen hat. Sollten die damit verbundenen Optionsrechte vollständig ausgeübt werden, könnte dies bestehende Aktionäre verwässern. Gleichzeitig unterstreichen die Vereinbarungen das enorme Interesse großer KI Unternehmen an AMD Hardware.
PC und Gaming schwächeln, während die Bewertung hoch bleibt
Abseits des KI Geschäfts ist das Bild weniger dynamisch. Der gemeinsame Umsatz von Client und Gaming sank im dritten Quartal um acht Prozent auf 3,72 Milliarden US Dollar. Das Gaming Geschäft verlor sogar 40 Prozent auf 773 Millionen US Dollar, während Client Prozessoren um sieben Prozent zulegten. AMD rechnet für 2027 zudem mit einem zweistelligen Rückgang des gesamten PC Marktes. Gleichzeitig bleibt die Aktie trotz der jüngsten Korrektur ambitioniert bewertet. Morgan Stanley nennt aktuell 510 US Dollar als Kursziel, Jefferies 650 US Dollar und BMO Capital Markets 550 US Dollar. Dabei handelt es sich ausdrücklich um Analystenmeinungen.
AMD Aktie: Die wichtigsten Fakten
- Der Q3 Umsatz erreichte den Rekordwert von 13,38 Milliarden US Dollar.
- Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,09 US Dollar.
- Das Data Center Geschäft wuchs um 97 Prozent auf 8,55 Milliarden US Dollar.
- Die bereinigte operative Marge stieg auf 29 Prozent.
- Für Q4 erwartet AMD rund 17 Milliarden US Dollar Umsatz.
- Der Q4 Umsatz soll damit rund 66 Prozent über dem Vorjahr liegen.
- Für 2027 erwartet AMD mehr als 80 Prozent Umsatzwachstum.
- Data Center soll 2027 mehr als 80 Prozent des Konzernumsatzes stellen.
- Der Q3 Free Cashflow lag bei 554 Millionen US Dollar.
- Das Gaming Geschäft schrumpfte um 40 Prozent.
- Die Aktie schloss am 3. November bei 483,90 US Dollar und stieg nachbörslich deutlich.
FAQ zur AMD Aktie
Wie sind die aktuellen AMD Zahlen ausgefallen?
AMD erzielte im dritten Quartal einen Rekordumsatz von 13,38 Milliarden US Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 2,09 US Dollar.
Wie stark wächst das Data Center Geschäft von AMD?
Der Data Center Umsatz stieg im dritten Quartal um 97 Prozent auf 8,55 Milliarden US Dollar und ist inzwischen der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich.
Wie lautet die AMD Prognose für das vierte Quartal?
AMD erwartet rund 17 Milliarden US Dollar Umsatz mit einer Schwankungsbreite von drei Prozent. Die bereinigte Bruttomarge soll ungefähr 55 Prozent erreichen.
Wie stark soll AMD 2027 wachsen?
Das Management erwartet für 2027 ein Konzernumsatzwachstum von mehr als 80 Prozent. Data Center soll dann mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.
Welche Chancen bietet die AMD Aktie?
Chancen liegen vor allem in KI Beschleunigern, EPYC Serverprozessoren, Helios Systemen und der zunehmenden Nachfrage großer Kunden nach Alternativen zu Nvidia.
Welche Risiken bestehen bei AMD?
Zu den Risiken zählen die hohe Bewertung, Lieferengpässe, Speicherknappheit, schwache PC und Gaming Märkte sowie mögliche Verwässerungen aus Optionsvereinbarungen mit großen KI Kunden.
Wie hoch war der Free Cashflow im dritten Quartal?
Der Free Cashflow erreichte 554 Millionen US Dollar. In den ersten neun Monaten des Jahres lag er bei rund 4,68 Milliarden US Dollar.
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