Oracle Aktie aktuell: KI-Boom trifft auf Milliarden-Investitionen
Oracle überrascht mit starkem Quartal
Die jüngsten Geschäftszahlen fielen stärker aus als erwartet. Oracle steigerte den Quartalsumsatz auf 19,3 Milliarden US-Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord für ein erstes Geschäftsquartal. Auch beim Gewinn überzeugte der Konzern. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 1,92 US-Dollar, während der GAAP-Gewinn je Aktie 1,56 US-Dollar erreichte. Die Zahlen zeigen, dass Oracle inzwischen deutlich stärker vom weltweiten KI-Infrastrukturboom profitiert als noch vor wenigen Quartalen. Das Unternehmen entwickelt sich zunehmend von einem klassischen Softwarekonzern zu einem wichtigen Anbieter von Rechenleistung für KI-Anwendungen.
Oracle wächst derzeit außergewöhnlich schnell, bezahlt dieses Wachstum aber mit extrem hohen Investitionen.
Für die Aktie wird deshalb nicht nur entscheidend sein, wie schnell Umsatz und Auftragsbestand steigen. Ebenso wichtig ist die Frage, wann sich die Milliardeninvestitionen in Rechenzentren auch wieder in nachhaltig positivem freien Cashflow niederschlagen.
Cloud Infrastructure wächst um 121 Prozent
Der wichtigste Wachstumstreiber ist Oracle Cloud Infrastructure, kurz OCI. Der Umsatz dieses Geschäftsbereichs stieg im ersten Quartal um 121 Prozent auf rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Insgesamt erreichten die Cloud-Umsätze aus Infrastruktur und Software 11,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit zeigt sich, dass Oracle inzwischen direkt vom Ausbau großer KI-Rechenzentren profitiert. Unternehmen benötigen enorme Rechenkapazitäten für Training und Betrieb großer KI-Modelle, und Oracle positioniert sich zunehmend als Alternative zu den etablierten Hyperscalern.
Auftragsbestand explodiert auf 664 Milliarden Dollar
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Auftragsbestands. Die Remaining Performance Obligations, also bereits vertraglich vereinbarte, aber noch nicht als Umsatz verbuchte Leistungen, stiegen auf 664 Milliarden US-Dollar. Allein im ersten Quartal sicherte sich Oracle mehr als 30 Milliarden US-Dollar an neuen KI-Cloud-Verträgen. Das zeigt, wie groß die Nachfrage nach zusätzlicher Rechenkapazität derzeit ist. Der riesige Auftragsbestand sorgt für eine außergewöhnlich hohe Umsatzvisibilität. Gleichzeitig muss Oracle diese Verträge operativ auch bedienen können. Genau deshalb investiert der Konzern derzeit so stark in Rechenzentren, Energieversorgung und Hardware.
5,4 Milliarden Dollar negativer Free Cashflow
Die starke Wachstumsstory hat allerdings einen hohen Preis. Im jüngsten Quartal lag der freie Cashflow bei minus 5,4 Milliarden US-Dollar. Grund dafür sind vor allem die enormen Investitionen in neue Rechenzentren. Allein im ersten Quartal beliefen sich die Investitionsausgaben auf rund 28,5 Milliarden US-Dollar. Für Anleger ist das einer der wichtigsten Risikofaktoren. Solange Oracle zweistellig beziehungsweise dreistellig wächst, kann der Markt hohe Investitionen akzeptieren. Sollte sich das Wachstum jedoch abschwächen, könnten Verschuldung und Kapitalbedarf schnell stärker in den Mittelpunkt rücken.
Oracle bestätigt massive Investitionen in KI-Rechenzentren
Oracle plant auch in den kommenden Quartalen extrem hohe Investitionen. Für das Gesamtjahr werden Investitionsausgaben von etwa 90 bis 95 Milliarden US-Dollar erwartet. Damit will der Konzern zusätzliche Rechenzentrumsleistung schaffen und seine Position im Wettbewerb mit Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud ausbauen. Oracle versucht gleichzeitig, den eigenen Kapitalbedarf zu begrenzen. Dafür setzt das Unternehmen unter anderem auf Kundenvorauszahlungen und alternative Finanzierungsmodelle für Hardware und Infrastruktur.
Prognose für 2027 wird leicht angehoben
Das Management blickt nach den starken Zahlen optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Oracle erwartet nun einen Umsatz von mindestens 90 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit 8,10 US-Dollar. Für das zweite Geschäftsquartal stellt Oracle ein Umsatzwachstum zwischen 30 und 34 Prozent in Aussicht. Damit bleibt die Wachstumsgeschwindigkeit ungewöhnlich hoch. Besonders wichtig wird sein, ob Oracle das starke OCI-Wachstum auch in den kommenden Quartalen aufrechterhalten kann.
Oracle Aktie: KI-Wachstum gegen Cashflow-Risiko
Die Oracle Aktie steht derzeit zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kräften. Auf der positiven Seite stehen ein stark wachsendes Cloud-Geschäft, ein enormer Auftragsbestand und eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Auf der anderen Seite sind die Investitionen höher als jemals zuvor. Der negative freie Cashflow und der steigende Finanzierungsbedarf bleiben deshalb ein ernst zu nehmendes Risiko. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob Oracle seine milliardenschweren KI-Investitionen schnell genug in Umsatz, Gewinn und später auch wieder positiven freien Cashflow umwandeln kann. Gelingt das, könnte die aktuelle Bewertung langfristig wieder attraktiver erscheinen. Bleibt der Kapitalbedarf dagegen dauerhaft extrem hoch, dürfte die Aktie volatil bleiben.
- Oracle erzielte im ersten Geschäftsquartal 2027 einen Umsatz von 19,3 Milliarden US-Dollar.
- Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent.
- Oracle Cloud Infrastructure wuchs um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar.
- Der gesamte Cloud-Umsatz erreichte 11,6 Milliarden US-Dollar.
- Der Auftragsbestand stieg auf 664 Milliarden US-Dollar.
- Der freie Cashflow lag bei minus 5,4 Milliarden US-Dollar.
- Die Investitionsausgaben erreichten allein im Quartal rund 28,5 Milliarden US-Dollar.
- Für FY2027 erwartet Oracle mindestens 90 Milliarden US-Dollar Umsatz.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr rund 8,10 US-Dollar erreichen.
Warum steigt die Oracle Aktie aktuell?
Oracle hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Infrastrukturgeschäft, das von der enormen Nachfrage nach KI-Rechenleistung profitiert.
Wie stark wächst Oracle Cloud Infrastructure?
Der OCI-Umsatz stieg im ersten Geschäftsquartal 2027 um 121 Prozent auf rund 7,4 Milliarden US-Dollar.
Wie hoch ist der Auftragsbestand von Oracle?
Die Remaining Performance Obligations erreichten zuletzt rund 664 Milliarden US-Dollar.
Warum ist der Free Cashflow bei Oracle negativ?
Oracle investiert derzeit massiv in neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Allein im ersten Quartal lagen die Investitionsausgaben bei rund 28,5 Milliarden US-Dollar, wodurch der freie Cashflow auf minus 5,4 Milliarden US-Dollar fiel.
Wie lautet die Oracle Prognose für 2027?
Oracle erwartet für das Geschäftsjahr 2027 mindestens 90 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von rund 8,10 US-Dollar.
Welche Risiken bestehen bei der Oracle Aktie?
Zu den wichtigsten Risiken gehören die extrem hohen Investitionsausgaben, ein weiterhin negativer freier Cashflow, steigender Finanzierungsbedarf und die hohe Erwartungshaltung an das KI-Wachstum.
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