Ölpreise geben nach: Warum der Markt unter Druck steht
Die Ölpreise sind am Freitag leicht gefallen und haben damit ihren kurzen Erholungsversuch vom Vortag wieder abgegeben. Brent notierte am Morgen bei 62,72 Dollar je Barrel, WTI bei 58,29 Dollar. Beide Referenzsorten liegen damit spürbar unter den Niveaus der Vorwoche. Aus Marktsicht kommt der Rücksetzer nicht überraschend. Die Stimmung an den Finanzmärkten ist nach dem kurzen NVIDIA Hype erneut eingetrübt, was zu einer breiteren Risikoreduktion führt. Rohstoffe stehen in solchen Phasen traditionell unter Druck. Hinzu kommt der politische Faktor. Händler verweisen auf den US Friedensplan für die Ukraine, der in den Märkten als mögliches Signal für eine leichte Entspannung im geopolitischen Risiko gesehen wird. Auch wenn Präsident Selenskyj den Vorschlag nicht übernommen hat, reichen bereits vage Hoffnungen aus, um einen Teil der in die Ölpreise eingepreisten Risikoprämie zu verringern. Gleichzeitig treten am Freitag neue US Sanktionen gegen die russischen Energieriesen Rosneft und Lukoil in Kraft. Diese hätten theoretisch stützend wirken können, doch die Märkte hatten die Maßnahmen bereits weitgehend eingepreist. Entscheidend bleibt daher die schwächere allgemeine Marktstimmung. Die Frage ist nun: Handelt es sich nur um eine technische Verschnaufpause oder deutet sich ein neuer Trend an? Viel wird vom globalen Wachstumsausblick und der geopolitischen Entwicklung in den kommenden Wochen abhängen.
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