Rivian Aktie rutscht weiter ab und verliert seit dem IPO fast 80 Prozent
Die Börsengeschichte von Rivian begann spektakulär. Viele Anleger hofften 2021 auf das nächste Tesla Wunder. Der Ausgabepreis von 78 Dollar wurde schnell übertroffen, die Aktie sprang über 130 Dollar und Rivian nahm zwölf Milliarden Dollar ein. Doch schon kurz nach dem Höhenflug setzte eine beispiellose Talfahrt ein. Der Elektroautobauer konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen und blieb sowohl bei der Produktion als auch bei der Profitabilität deutlich hinter den Prognosen zurück. Bereits ein Jahr nach dem Börsengang hatte sich der Kurs halbiert. 2024 folgte der Tiefpunkt bei 8,63 Dollar. Zwar erholte sich der Kurs zuletzt etwas und lag Ende November 2025 bei 15,56 Dollar, doch das entspricht immer noch einem Verlust von rund 80 Prozent seit dem IPO.
Der Hauptgrund für die Schwäche sind die massiven Verluste. Im dritten Quartal 2025 meldete Rivian ein Minus von 1,16 Milliarden Dollar. Die Verluste des laufenden Jahres belaufen sich damit auf über 2,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig bleibt die Produktion weit hinter den Zielen zurück. Nur etwas mehr als 10.000 Fahrzeuge rollten im dritten Quartal vom Band. Das ist angesichts des harten Wettbewerbs ein klarer Nachteil. Modelle wie Teslas Model Y, der Ford Mach E und der Hyundai Ioniq 5 dominieren den Markt, während Rivian um Anschluss kämpft. Auch die Hoffnungsträger der Marke, die R2 Modelle, sind noch nicht verfügbar und kommen frühestens 2026.
Zusätzlich sorgte ein neues Vergütungspaket für CEO RJ Scaringe für Kritik. Sein Grundgehalt wurde auf zwei Millionen Dollar erhöht. Dazu kommen Aktienoptionen im Wert von bis zu 36,5 Millionen Stück. Erfüllt Scaringe alle Vorgaben, kann das Paket einen Wert von bis zu 4,6 Milliarden Dollar erreichen. Diese Entscheidung traf auf Unverständnis, da Rivian sich in einer finanziell schwierigen Phase befindet. Anleger reagierten mit deutlicher Ablehnung.
Die Zukunft des Unternehmens hängt nun maßgeblich am Erfolg des kommenden R2 SUV, der eine breitere Käufergruppe ansprechen soll. Analysten sind gespalten. Fünf raten zum Kauf, acht zum Halten und fünf zum Verkauf. Trotz der schweren Verluste sehen manche Experten weiterhin Chancen. Entscheidend wird sein, ob Rivian seine Kosten senken und die Produktion deutlich steigern kann. Ohne eine klare Trendwende bleibt die Aktie ein riskantes Investment. Das nächste Jahr könnte über die Zukunft des Unternehmens entscheiden.
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