Altersvorsorge zum Nulltarif? Was Trade Republic ab 2027 plant
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Altersvorsorge zum Nulltarif? Was Trade Republic ab 2027 plant

Börsen News für Kids zum Altersvorsorgedepot von Trade Republic und zur neuen staatlich geförderten ETF-Altersvorsorge
Trade Republic will beim neuen Altersvorsorgedepot auf niedrige Kosten und ETFs setzen. Wir erklären kinderleicht, wie die staatliche Förderung funktioniert und welche Chancen und Risiken dazugehören.
Stell dir vor: Du besitzt ein Sparschwein, in das du jeden Monat Geld für deine Zukunft steckst. Nun sagt der Staat: „Wenn du regelmäßig sparst, lege ich noch etwas dazu.“ Und eine Bank sagt zusätzlich: „Wir verlangen für dein Sparschwein keine Depotgebühr und auch das regelmäßige Investieren kostet nichts.“ Genau diese Idee steckt hinter dem neuen Altersvorsorgedepot von Trade Republic.

Der Neobroker hat jetzt angekündigt, ab dem 1. Januar 2027 beim neuen staatlich geförderten Altersvorsorgedepot mitzumachen. Besonders auffällig ist der Preis: Trade Republic spricht von einem komplett kostenlosen Altersvorsorgedepot. Doch was bedeutet „kostenlos“ genau? Wie viel Geld gibt der Staat dazu? Und welches Risiko entsteht, wenn das Geld über viele Jahre in ETFs investiert wird?

🏦 Was ist am Trade-Republic-Angebot besonders?

Trade Republic will beim neuen Altersvorsorgedepot auf laufende Depotgebühren und Ausführungskosten für ETF-Sparpläne verzichten. Das allein ist schon wichtig, denn Altersvorsorge läuft häufig über 20, 30 oder sogar 40 Jahre.

Zusätzlich geht Trade Republic noch einen Schritt weiter. Bei mehr als 50 ausgewählten ETFs sollen die laufenden Fondskosten zurückerstattet werden. Das Geld soll monatlich wieder in das Depot investiert werden. Normalerweise besitzen ETFs eine sogenannte TER. Das sind laufende Kosten des Fonds, die automatisch aus dem Fondsvermögen bezahlt werden. Bei vielen günstigen ETFs liegen diese Kosten beispielsweise im Bereich von wenigen Zehntelprozent pro Jahr. Trade Republic möchte diese Kosten bei ausgewählten Partner-ETFs erstatten und damit den Wettbewerb um Altersvorsorgekunden deutlich verschärfen.

🧒 Einfach erklärt: Ist wirklich alles kostenlos?

Nicht unbedingt. Trade Republic verlangt beim angekündigten Altersvorsorgedepot keine Depot- oder Ausführungsgebühren. Bei mehr als 50 ausgewählten ETFs sollen außerdem die Fondskosten erstattet werden. Wer andere ETFs oder aktive Fonds auswählt, kann trotzdem Produktkosten haben.

🎁 Wie funktioniert die staatliche Förderung?

Das Altersvorsorgedepot wird interessant, weil nicht nur das eigene Geld investiert wird. Der Staat beteiligt sich mit Zulagen. Wer förderberechtigt ist, erhält auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag 50 Prozent Förderung. Das sind maximal 180 Euro. Auf weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 Euro pro Jahr gibt es 25 Prozent Förderung. Wer 1.800 Euro im Jahr selbst einzahlt, kann damit eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr erhalten. Für Familien gibt es zusätzlich eine Kinderförderung von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Wer vor dem 25. Geburtstag einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag abschließt, kann außerdem einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.

💡 Merke

Bei 150 Euro eigenem Sparbetrag pro Monat kommen im Jahr 1.800 Euro zusammen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann dazu bis zu 540 Euro Grundzulage vom Staat bekommen. Damit fließt mehr Geld ins Depot, als der Sparer allein eingezahlt hat.

📊 Warum spielen ETFs beim Altersvorsorgedepot eine so große Rolle?

Das neue Altersvorsorgedepot unterscheidet sich deutlich von vielen klassischen Altersvorsorgeprodukten. Das Geld kann am Kapitalmarkt investiert werden, beispielsweise in breit gestreute ETFs. Ein solcher ETF kann gleichzeitig Aktien von Hunderten oder sogar Tausenden Unternehmen enthalten. Die Idee dahinter ist langfristiges Wachstum. Wenn Unternehmen über viele Jahre Gewinne erwirtschaften und ihre Werte steigen, kann auch das Altersvorsorgevermögen wachsen. Dabei hilft der Zinseszinseffekt: Gewinne können wieder investiert werden und anschließend selbst neue Erträge erwirtschaften. Gerade deshalb sind niedrige Kosten so wichtig. Geld, das nicht für Gebühren ausgegeben wird, kann länger investiert bleiben.

🧩 Muss man seine ETFs selbst auswählen?

Nein. Das neue System bietet unterschiedliche Möglichkeiten. Beim freien Altersvorsorgedepot können Sparer stärker selbst entscheiden, welche geeigneten Fonds oder ETFs sie auswählen.

Daneben gibt es ein Standarddepot. Dieses soll besonders einfach sein und richtet sich auch an Menschen, die sich nicht ständig mit der Börse beschäftigen möchten. Beim Standardmodell werden eine chancenreichere und eine risikoärmere Anlage kombiniert. Außerdem gilt dort ein gesetzlicher Kostendeckel.

Trade Republic will sein kostenloses Modell nach eigenen Angaben für verschiedene Varianten des Altersvorsorgedepots anbieten. Damit versucht der Anbieter nicht nur erfahrene Anleger anzusprechen, sondern auch Menschen, die ihre Altersvorsorge möglichst einfach automatisieren möchten.

📉 Bedeutet das Altersvorsorgedepot automatisch mehr Rente?

Nein. Eine staatliche Förderung ist etwas anderes als eine garantierte Rendite. Das Altersvorsorgedepot ohne Garantie darf stärker am Kapitalmarkt investieren. Dadurch entstehen höhere Renditechancen, aber auch größere Schwankungen.

In einer Börsenkrise können ETFs deutlich an Wert verlieren. Wer noch viele Jahre bis zur Rente hat, besitzt zwar mehr Zeit, solche Schwankungen möglicherweise auszusitzen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Außerdem ist das geförderte Altersvorsorgedepot kein normales Sparkonto. Das Geld ist grundsätzlich für die Altersvorsorge vorgesehen und deshalb deutlich weniger frei verfügbar als Geld auf einem Tagesgeldkonto oder in einem normalen Wertpapierdepot. Kostenlos bedeutet also nicht risikolos.

⚠️ Wichtig

„Kostenlos“ und „sicher“ sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ein günstiger ETF kann trotzdem im Wert fallen. Das Altersvorsorgedepot soll Kosten reduzieren und langfristige Renditechancen erhöhen. Es kann aber Börsenverluste nicht verhindern.

🔍 Ist Trade Republic automatisch das beste Altersvorsorgedepot?

Das lässt sich heute noch nicht endgültig sagen. Das angekündigte Angebot ist wegen der sehr niedrigen Kosten auffällig.

Doch bis zum Start am 1. Januar 2027 werden weitere Banken, Broker und Fondsgesellschaften mit eigenen Angeboten um Kunden kämpfen. Beim Vergleich sollte deshalb nicht nur auf die Überschrift „0 Euro“ geschaut werden. Wichtig sind auch die verfügbaren ETFs und Fonds, mögliche Bedingungen der Kostenerstattung, die Gestaltung des Standarddepots, der Kundenservice und später die Möglichkeiten bei der Auszahlung.

Gerade bei einem Produkt, das möglicherweise mehrere Jahrzehnte genutzt wird, können kleine Unterschiede große Auswirkungen haben. Die gute Nachricht für Sparer lautet deshalb: Der Wettbewerb um das neue Altersvorsorgedepot ist schon vor dem Start sehr groß.

🎯 Fazit: Der Kampf um unsere Altersvorsorge beginnt

Mit dem neuen Altersvorsorgedepot soll private Altersvorsorge ab 2027 stärker an den Kapitalmarkt gebracht werden. Trade Republic greift dabei vor allem über den Preis an.

Depotführung und ETF-Sparpläne sollen ohne Ausführungsgebühren angeboten werden. Bei mehr als 50 ausgewählten ETFs will der Anbieter sogar die laufenden Fondskosten erstatten und wieder investieren. Dazu kommt die staatliche Förderung von bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr sowie mögliche Kinderzulagen. Das klingt attraktiv, trotzdem sollten Sparer genau hinschauen. Nicht jeder Fonds ist kostenlos, Börsenkurse können fallen und das Geld ist langfristig für die Altersvorsorge gebunden.

Kinderleicht gesagt: 🐷📈 Der Staat gibt Geld zum Sparen dazu und Anbieter kämpfen darum, möglichst wenig davon durch Gebühren aufzuessen. Ob am Ende viel Geld daraus wird, hängt aber weiterhin davon ab, wie sich die Anlagen über viele Jahre entwickeln.