Greifswald gedenkt Gerhard Dallmanns 100. Geburtstag
In Greifswald wird in den kommenden Wochen an Gerhard Dallmann (1926-2022) erinnert, dessen 100. Geburtstag am 18. Juni gefeiert wird. Die Veranstaltungsreihe trägt den Titel "Lebenswege - 100 Jahre Gerhard Dallmann" und wird eröffnet von seinem Freund und Wegbegleiter Rainer Neumann im Pommerschen Landesmuseum. Dallmann, der 26 Jahre lang als Pastor im Stadtteil Wieck tätig war, hinterließ ein umfassendes literarisches Erbe, das stark von seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und seinem Leben in Pommern geprägt ist.
Zu den Höhepunkten der Gedenkveranstaltungen zählt die Aufführung von Szenen aus Dallmanns bekanntestem Roman "Das Kahnweib" am 19. und 20. Juni in der Wiecker Kirche. Der Roman thematisiert das Leben der Fischersfrau Berta Giese und steht exemplarisch für Dallmanns literarisches Schaffen, das bis heute von Bedeutung ist. Weitere Veranstaltungen werden in Neuenkirchen, Lubmin und Wolgast stattfinden, wobei das gesamte Programm auf den Internetseiten der Hansestadt Greifswald einsehbar ist. Dallmann, geboren in Stettin, überlebte im Zweiten Weltkrieg mehrere Angriffe und desertierte am Ende des Krieges nach Dänemark, was seine späteren Werke stark beeinflusste.
Zusätzlich zu seinem literarischen Wirken war Dallmann auch ein leidenschaftlicher Modellbauer historischer Segelschiffe, die in vielen pommerschen Kirchen zu finden sind. 1991 gründete er die Heimvolkshochschule in Lubmin, die weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Förderung der regionalen Kultur leistet. Gerhard Dallmann starb im Januar 2022 in Züssow und hinterlässt eine bedeutende kulturelle Hinterlassenschaft.