AfD-Politik: Marktliberal und arbeitnehmerfeindlich
Die AfD hat in den letzten Wahlen besonders viele Stimmen von Arbeitern erhalten. Eine von Panorama in Auftrag gegebene Studie der Universität Tübingen zeigt jedoch, dass die wirtschaftlichen Positionen der AfD eindeutig marktliberal und damit wenig arbeitnehmerfreundlich sind. Der Politikwissenschaftler Floris Biskamp analysierte die Parteiprogramme und benötigte Fragestellungen und kam zu dem Ergebnis, dass die AfD zu 92 Prozent marktliberal positioniert ist. Dies stellt sie in eine Reihe mit der FDP und Union, jedoch unvorteilhaft für die Arbeiterschaft, die von dieser Politik abgehängt wird.
Trotz dieser Einschätzung versucht die AfD, die Interessen der Arbeiter zu repräsentieren. Laut Biskamp hat sich die Partei in ihrer grundlegenden Programmatik wenig verändert, sondern hauptsächlich im Image. AfD-Politiker weisen darauf hin, dass andere Parteien, insbesondere die SPD, eine große Repräsentationslücke hinterlassen haben. Diese Lücke versuchen sie zu füllen, indem sie Arbeiterangelegenheiten ansprechen, was jedoch kritisch betrachtet werden sollte, da die Partei den Wohlhabenden unverhältnismäßig zugutekommt.
Der soziale Konflikt wird heutzutage weniger zwischen Arm und Reich, sondern eher zwischen Migranten und Einheimischen dargestellt. Diese Abkehr von traditionellen sozialen Fragen zeigt, dass die AfD erfolgreich alternative Themen besetzt, die nicht an den wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter orientiert sind. Ein Umdenken bei anderen Parteien scheint notwendig, um die Wählerbindung zur AfD zu brechen.