Arbeiterwohlfahrt fordert Sozialleistungsreform zur Armutsbekämpfung
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat in der Debatte um eine Reform des Sozialstaats Vorschläge zur Verbesserung präsentiert. Lukas Hochscheidt von der AWO äußert sich kritisch über die Komplexität und Unzulänglichkeit der aktuellen Sozialleistungen in Deutschland und spricht von einer Legitimitätskrise des Sozialstaats. Zu den Kernpunkten der Reformvorschläge zählt die Zusammenlegung von Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag zu einer neuen Leistung für Erwerbsfähige sowie die Einführung eines "Erwerbsboosters" mit finanziellen Anreizen für eine Beschäftigung.
Eine neue Studie des Ifo-Instituts zeigt, dass die Reform untere Einkommensgruppen um durchschnittlich 515 Euro jährlich entlasten könnte. Zudem würde die Armutsgefährdungsquote um 0,9 Prozentpunkte sinken. Besonders Alleinerziehende und Familien mit Kindern könnten von den Vorschlägen profitieren. Doch die Reform könnte auch zusätzliche Kosten von 5,4 Milliarden Euro pro Jahr verursachen, die durch Anpassungen bei Steuerfreibeträgen finanziert werden sollen. Hochscheidt betont zudem, dass Sozialleistungen rechtliche Ansprüche sind und nicht als Almosen betrachtet werden sollten.