Warum ist Strom in Deutschland eigentlich so teuer?
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Warum ist Strom in Deutschland eigentlich so teuer?

Wirtschaft für Kids: Mädchen in Businesskleidung zum Thema hohe Strompreise in Deutschland.
Warum ist Strom in Deutschland so teuer? Wir erklären, wie sich der Strompreis zusammensetzt und warum hohe Energiekosten Familien und Unternehmen betreffen.
Stell dir vor, du schaltest morgens das Licht an, der Kühlschrank läuft und dein Handy hängt am Ladekabel. Überall wird Strom gebraucht. Doch dieser Strom kostet Geld und in Deutschland sogar ziemlich viel. Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Im Vergleich mit den anderen großen Industrie- und Schwellenländern der G20 zahlen Haushalte in Deutschland besonders hohe Strompreise. Aber warum eigentlich? Wird unser Strom besonders teuer hergestellt? Oder stecken noch ganz andere Kosten auf der Stromrechnung?

Deutschland ist Strompreis-Spitzenreiter in der G20 ⚡🌍

Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox kommt zu einem auffälligen Ergebnis: Im zweiten Quartal 2026 kostete eine Kilowattstunde Strom für Haushalte in Deutschland durchschnittlich 35,6 Cent. Damit war Deutschland in dieser Untersuchung das teuerste Land innerhalb der G20. Auf den nächsten Plätzen folgten Italien mit 34,5 Cent und Großbritannien mit 32,4 Cent. Der Unterschied zum Durchschnitt ist besonders groß: In den G20-Staaten kostete eine Kilowattstunde im Schnitt rund 16,3 Cent. In Frankreich waren es 23,3 Cent, in den USA 18,3 Cent.

💡 Merke:
35,6 Cent klingt erst einmal nach wenig. Doch ein Haushalt verbraucht jedes Jahr mehrere Tausend Kilowattstunden. Deshalb können schon wenige Cent Unterschied pro Kilowattstunde am Ende viele Euro auf der Stromrechnung ausmachen.

Aber wofür bezahlen wir beim Strom eigentlich? 🔌💶

Wenn deine Familie eine Kilowattstunde Strom bezahlt, landet das Geld nicht einfach beim Kraftwerk. Der Strompreis besteht aus mehreren Teilen. Geld wird zum Beispiel dafür benötigt, Strom einzukaufen und an Kunden zu verkaufen. Dazu kommen die Netzentgelte. Mit ihnen werden unter anderem die Stromnetze finanziert, die den Strom von den Kraftwerken bis zu Häusern und Unternehmen transportieren. Außerdem enthält die Stromrechnung Steuern, Abgaben und Umlagen. Nach Berechnungen des Energieverbands BDEW liegt der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 bislang bei etwa 37 Cent je Kilowattstunde. Davon entfallen rund 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf die Netze sowie 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Das bedeutet: Der Strom selbst ist nur ein Teil dessen, was Verbraucher am Ende bezahlen.

Warum kostet das Stromnetz Geld? ⚡🏗️

Stell dir das Stromnetz wie ein riesiges Straßennetz für Elektrizität vor. Windräder an der Nordsee oder Solaranlagen auf einem Dach können Strom erzeugen. Doch dieser Strom muss genau dorthin gelangen, wo er gebraucht wird – manchmal über Hunderte Kilometer. Dafür braucht Deutschland Leitungen, Umspannwerke, Stromzähler und viele weitere technische Anlagen. Diese müssen gebaut, repariert und modernisiert werden. Gerade weil sich unsere Energieversorgung verändert, muss auch das Netz angepasst werden. Wind- und Solarstrom entstehen schließlich nicht immer dort und zu dem Zeitpunkt, an dem besonders viel Strom benötigt wird.

🔎 Einfach erklärt:
Strom zu erzeugen ist nur die halbe Aufgabe. Er muss auch sicher bis zur Steckdose transportiert werden. Und genau dieser Transport kostet ebenfalls Geld.

Warum sind hohe Strompreise auch für Unternehmen ein Problem? 🏭⚡

Strom brauchen nicht nur Familien. Auch fast jedes Unternehmen benötigt Energie. Ein kleiner Laden braucht Strom für Licht, Computer und Kühlung. Eine große Fabrik benötigt möglicherweise riesige Mengen, um Maschinen, Öfen oder Produktionsanlagen zu betreiben. Wird Energie teuer, steigen deshalb die Kosten vieler Unternehmen. Sie können versuchen, diese Kosten durch höhere Preise auszugleichen. Oder sie verdienen weniger Geld. Besonders wichtig wird das bei Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Wenn eine Fabrik in Deutschland deutlich höhere Energiekosten hat als ein Konkurrent in einem anderen Land, kann das für sie zum Nachteil werden. Deshalb sind Strompreise nicht nur ein Thema für die Familienkasse. Sie sind auch ein wichtiger Standortfaktor für die deutsche Wirtschaft.

Warum macht der Staat Strom nicht einfach billiger? 🤔💡

Das klingt zunächst einfach: Wenn Steuern und Abgaben einen Teil des Strompreises ausmachen, könnte der Staat sie doch einfach senken. Tatsächlich wird darüber immer wieder diskutiert. Eine niedrigere Stromsteuer könnte Haushalte und Unternehmen entlasten. Doch auch hier gibt es eine wirtschaftliche Gegenfrage: Woher kommt dann das fehlende Geld? Wenn der Staat auf Einnahmen verzichtet oder die Netzkosten stärker aus dem Bundeshaushalt bezahlt, muss dieses Geld an anderer Stelle eingespart, über andere Einnahmen finanziert oder durch neue Schulden aufgebracht werden. Genau deshalb geht es bei der Diskussion über Strompreise auch darum, wer welche Kosten am Ende bezahlt.

Warum ist Strom in anderen Ländern günstiger? 🌍🔌

Nicht jedes Land produziert Strom auf die gleiche Weise – und nicht überall gelten dieselben Steuern, Abgaben oder Regeln. Manche Länder verfügen beispielsweise über viel günstige Wasserkraft. Andere setzen stärker auf Kernenergie, Kohle, Gas, Wind- oder Sonnenenergie. Auch staatliche Zuschüsse und die Kosten der Stromnetze unterscheiden sich. Deshalb kann man Strompreise verschiedener Länder nicht allein mit der Frage erklären, welches Kraftwerk dort steht. Auch ein einfacher Vergleich in Cent erzählt nicht die ganze Geschichte. In einem Land können Strompreise niedriger sein, gleichzeitig verdienen die Menschen dort aber deutlich weniger. Ökonomen betrachten deshalb zusätzlich die Kaufkraft: Wie stark belastet die Stromrechnung das Einkommen der Menschen tatsächlich?

Macht die Energiewende Strom automatisch teurer? 🌬️☀️

So einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Windräder und Solaranlagen benötigen beispielsweise keinen Brennstoff, wenn sie Strom erzeugen. Wind und Sonnenlicht müssen schließlich nicht gekauft werden. Gleichzeitig kostet der Umbau des Energiesystems Geld. Neue Leitungen müssen gebaut, Netze erweitert und Möglichkeiten geschaffen werden, Zeiten mit viel und wenig Wind- oder Sonnenstrom auszugleichen. Für den Strompreis zählt deshalb nicht nur, wie günstig eine Kilowattstunde erzeugt werden kann. Entscheidend ist auch, was das gesamte Stromsystem kostet und wie diese Kosten zwischen Staat, Unternehmen und Verbrauchern verteilt werden.

Was bedeutet ein hoher Strompreis für Familien? 🏠💶

Je höher der Strompreis ist, desto mehr Geld muss eine Familie für denselben Verbrauch ausgeben. Das Geld fehlt dann möglicherweise an anderer Stelle – etwa für Freizeit, Kleidung oder andere Einkäufe. Und es gibt noch einen zweiten Effekt: Wenn Unternehmen höhere Stromkosten haben und deshalb ihre Preise erhöhen, können Familien die hohen Energiekosten auch indirekt beim Einkaufen spüren. Strompreise können deshalb weit mehr beeinflussen als nur die monatliche Stromrechnung.

💡 Merke:
Energie ist ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft. Wird Strom teuer, betrifft das nicht nur die Steckdose zu Hause. Auch Unternehmen, Produkte, Investitionen und Arbeitsplätze können davon beeinflusst werden.

Was können wir daraus lernen? 🦉

Der Strompreis zeigt sehr gut, wie viele Dinge in einer Wirtschaft miteinander verbunden sind. Es geht um Kraftwerke und Windräder, Stromleitungen und Steuern, Unternehmen und Familien – und am Ende um die Frage, wer für all diese Dinge bezahlt. Deutschland hat derzeit im Vergleich der G20 besonders hohe Haushaltsstrompreise. Das bedeutet aber nicht, dass es dafür nur einen einzigen Grund gibt. Wenn Politik und Wirtschaft Strom günstiger machen wollen, müssen sie deshalb mehrere Dinge gleichzeitig betrachten: die Kosten der Energie, die Stromnetze, Steuern und Abgaben und die Frage, wie eine zuverlässige Energieversorgung in Zukunft aussehen soll. Und genau deshalb ist der Preis einer Kilowattstunde viel mehr als nur eine Zahl auf der Stromrechnung.

Häufige Fragen zu den Strompreisen in Deutschland

Wie teuer ist Strom in Deutschland?

In der aktuellen internationalen Verivox-Auswertung für das zweite Quartal 2026 kostet Haushaltsstrom in Deutschland durchschnittlich 35,6 Cent je Kilowattstunde. Andere Erhebungen können wegen unterschiedlicher Methoden auf etwas andere Durchschnittswerte kommen.

Hat Deutschland wirklich den teuersten Strom der Welt?

Nein, so sollte man es nicht formulieren. In der aktuellen Untersuchung hat Deutschland unter den G20-Staaten den höchsten nominalen Haushaltsstrompreis. Weltweit und insbesondere bei Berücksichtigung der Kaufkraft sieht die Rangfolge anders aus.

Warum ist Strom in Deutschland so teuer?

Der Endpreis besteht aus mehreren Teilen: Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Deshalb hängt der Preis nicht allein davon ab, wie teuer Strom erzeugt wird.

Was sind Netzentgelte?

Damit bezahlen Stromkunden die Nutzung der Stromnetze. Das Geld wird unter anderem für Betrieb, Wartung und Ausbau der Netze benötigt.

Warum sind hohe Strompreise für die Wirtschaft wichtig?

Unternehmen benötigen Strom für Geschäfte, Büros und Fabriken. Hohe Energiekosten können ihre Produktion verteuern und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Unternehmen aus anderen Ländern beeinflussen.

Kann der Staat Strom günstiger machen?

Der Staat kann beispielsweise Steuern reduzieren oder bestimmte Netzkosten aus dem Bundeshaushalt finanzieren. Die Kosten verschwinden dadurch allerdings nicht automatisch – es verändert sich teilweise, wer sie bezahlt.

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