Immer weniger Menschen besitzen ihr Zuhause – warum ist Wohneigentum so teuer?
Was bedeutet Wohneigentum eigentlich? 🏠🔑
Wer in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus lebt, wohnt im sogenannten selbst genutzten Wohneigentum. Das bedeutet: Die Wohnung gehört nicht einem Vermieter, sondern dem Bewohner selbst – häufig allerdings gemeinsam mit der Bank, solange ein Immobilienkredit noch nicht vollständig zurückgezahlt ist. In Deutschland wohnt mehr als die Hälfte der Haushalte zur Miete. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts lag die Wohneigentumsquote 2025 bei nur noch 43,5 Prozent.
Eine Eigentumswohnung bedeutet nicht automatisch, dass sie bereits vollständig bezahlt ist. Viele Menschen finanzieren Immobilien über einen Kredit, den sie über viele Jahre zurückzahlen.
Warum können sich viele keine eigene Wohnung leisten? 💶🏠
Eine Immobilie kostet schnell mehrere Hunderttausend Euro. Nur wenige Menschen können eine solche Summe einfach von ihrem Ersparten bezahlen. Deshalb benötigen die meisten Käufer einen Kredit von einer Bank. Doch zum Kaufpreis kommen weitere Kosten hinzu – beispielsweise Steuern, Gebühren und möglicherweise Kosten für einen Makler. Außerdem möchten Banken normalerweise, dass Käufer einen Teil des benötigten Geldes selbst mitbringen. Dieses Geld nennt man Eigenkapital. Wer beispielsweise jeden Monat etwas sparen kann, braucht trotzdem viele Jahre, bis mehrere Zehntausend Euro zusammengekommen sind.
Für eine eigene Wohnung braucht man meistens Eigenkapital + einen Kredit. Sind Immobilien teuer und das Ersparte gering, wird der Kauf besonders schwierig.
Warum ist das Bauen so teuer geworden? 🧱🏗️
Eine Wohnung besteht aus vielen Dingen: Beton, Holz, Glas, Kabeln, Heizungen und zahlreichen weiteren Materialien. Dazu kommen die Arbeitskosten der Menschen, die das Gebäude planen und bauen. Werden Materialien und Arbeit teurer, steigen auch die Kosten für ein neues Gebäude. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts sind die Herstellungskosten für Wohnungen seit dem Jahr 2000 deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise. Hohe Baukosten können dazu führen, dass weniger günstige Wohnungen gebaut werden können. Bauträger müssen schließlich überlegen, ob sich ein neues Projekt wirtschaftlich überhaupt rechnet.
Warum machen Zinsen eine Wohnung noch teurer? 🏦📈
Wer sich Geld von einer Bank leiht, muss dafür bezahlen. Dieser Preis für geliehenes Geld heißt Zins. Stell dir vor, zwei Familien leihen sich jeweils den gleichen Betrag. Familie A bekommt einen Kredit mit einem niedrigen Zinssatz, Familie B muss deutlich höhere Zinsen bezahlen. Obwohl beide die gleiche Wohnung kaufen, kann Familie B über die Jahre viel mehr Geld an die Bank zahlen. Steigen die Bauzinsen, können sich deshalb manche Menschen einen Kredit nicht mehr leisten – selbst wenn der Kaufpreis einer Immobilie gar nicht gestiegen ist.
Zinsen sind der Preis für geliehenes Geld. Je höher der Zinssatz ist, desto teurer kann ein Immobilienkredit werden.
Warum haben es junge Menschen besonders schwer? 👨👩👧👦🔑
Wer gerade erst ins Berufsleben startet, hatte meist noch nicht jahrzehntelang Zeit, Geld zu sparen. Das wird beim Immobilienkauf zum Problem. Denn neben einem ausreichenden Einkommen spielt für die Bank auch das vorhandene Eigenkapital eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Pestel-Instituts wohnen derzeit fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen in Deutschland zur Miete. Wer bereits eine Immobilie besitzt oder Vermögen erbt, hat dagegen andere Voraussetzungen. Dadurch kann die Frage nach Wohneigentum auch zu einer Frage der Vermögensverteilung werden.
Ist Mieten automatisch schlechter als Kaufen? 🤔🏢
Nein. Eine eigene Wohnung kann Vorteile haben, aber auch das Mieten hat Vorteile. Mieter müssen zum Beispiel nicht Hunderttausende Euro für eine Immobilie finanzieren. Außerdem können sie häufig leichter umziehen, wenn sie wegen eines neuen Arbeitsplatzes in eine andere Stadt möchten. Eigentümer bauen dagegen mit der Rückzahlung ihres Kredits Vermögen auf. Ist die Wohnung im Alter abbezahlt, müssen sie außerdem keine Miete mehr an einen Vermieter zahlen. Kosten für Reparaturen, Versicherungen und andere Ausgaben rund um die Immobilie bleiben allerdings bestehen. Ob Mieten oder Kaufen wirtschaftlich günstiger ist, hängt deshalb von vielen Dingen ab: vom Kaufpreis, der Miete, den Zinsen, dem Einkommen, der Wohndauer und den laufenden Kosten.
Eine niedrige Eigentumsquote bedeutet nicht automatisch, dass alle Menschen unbedingt eine Wohnung kaufen möchten. Manche entscheiden sich bewusst für das Mieten, weil sie flexibel bleiben wollen oder ihr Geld anders verwenden möchten.
Warum kann eine Wohnung auch Vermögen sein? 💰🏠
Wer eine Wohnung kauft und seinen Kredit nach und nach zurückzahlt, besitzt mit der Zeit einen immer größeren Teil der Immobilie schuldenfrei. Das unterscheidet sich von der Miete: Eine Mietzahlung bezahlt das Recht, die Wohnung für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen. Dadurch wird der Mieter aber nicht zum Eigentümer. Eine abbezahlte Immobilie kann deshalb ein wichtiger Teil des persönlichen Vermögens sein. Besonders im Alter kann das eine Rolle spielen. Wer keine Miete mehr zahlen muss, benötigt für das Wohnen häufig weniger laufendes Einkommen – muss aber weiterhin beispielsweise Reparaturen, Instandhaltung und andere Nebenkosten bezahlen.
Warum werden nicht einfach mehr günstige Wohnungen gebaut? 🏗️🏘️
Das klingt zunächst nach einer einfachen Lösung: Wenn Wohnungen fehlen oder zu teuer sind, könnte man einfach mehr davon bauen. Doch auch ein Bauunternehmen muss rechnen. Grundstück, Materialien, Handwerker, Finanzierung und Planung kosten Geld. Sind diese Kosten sehr hoch, muss eine neu gebaute Wohnung später entsprechend teuer verkauft oder vermietet werden, damit sich das Projekt für den Investor rechnet. Genau hier treffen verschiedene Interessen aufeinander: Menschen wünschen sich bezahlbare Wohnungen, Bauunternehmen müssen wirtschaftlich arbeiten und Städte müssen entscheiden, wo und wie gebaut werden darf. Der Wohnungsmarkt ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass sich wirtschaftliche Probleme oft nicht mit einer einzigen Maßnahme lösen lassen.
Kann der Staat den Wohnungskauf erleichtern? 🏛️🔑
Der Staat kann die Bedingungen für den Kauf und Bau von Wohnungen beeinflussen – zum Beispiel durch Förderkredite, Zuschüsse, Steuern oder Regeln für den Wohnungsbau. Solche Förderungen kosten allerdings ebenfalls Geld. Deshalb muss die Politik entscheiden, wem geholfen werden soll und wie viel Unterstützung sinnvoll ist. Das Pestel-Institut fordert aktuell eine stärkere Förderung von selbst genutztem Wohneigentum. Andere Fragen bleiben dabei wichtig: Würden Förderprogramme tatsächlich mehr Wohnungen schaffen? Wer würde davon profitieren? Und könnten zusätzliche Zuschüsse möglicherweise auch die Nachfrage und damit Preise erhöhen? Genau deshalb ist Wohnungspolitik nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches Thema.
Was können wir daraus lernen? 🦉
Weniger als die Hälfte der Haushalte in Deutschland lebt im selbst genutzten Wohneigentum. Besonders für jüngere Menschen ist der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses häufig schwer erreichbar. Dafür gibt es mehrere Gründe: hohe Immobilien- und Baukosten, benötigtes Eigenkapital, Kaufnebenkosten und die Kosten eines Kredits. Gleichzeitig ist Kaufen nicht für jeden Menschen automatisch die bessere Entscheidung. Mieten kann mehr Flexibilität bieten, während Eigentum langfristig beim Vermögensaufbau helfen kann. Der Wohnungsmarkt zeigt damit besonders gut, wie Preise, Zinsen, Einkommen, Angebot und persönliche Entscheidungen zusammenwirken.
Häufige Fragen zum Wohneigentum
Wie viele Haushalte in Deutschland wohnen im Eigentum?
Das Pestel-Institut kommt für 2025 auf eine Wohneigentumsquote von 43,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt weist auf einer anderen Datengrundlage 41,9 Prozent aus. Die Werte sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar.
Warum können sich viele Menschen keine Wohnung kaufen?
Immobilien sind teuer und Käufer benötigen meist Eigenkapital und einen großen Bankkredit. Zusätzlich entstehen beim Kauf weitere Kosten.
Was ist Eigenkapital?
Eigenkapital ist Geld, das Käufer selbst besitzen und in den Immobilienkauf einbringen können. Je mehr eigenes Geld vorhanden ist, desto weniger muss normalerweise von einer Bank geliehen werden.
Warum sind Zinsen beim Immobilienkauf wichtig?
Zinsen sind der Preis für geliehenes Geld. Höhere Zinsen können einen großen Immobilienkredit über viele Jahre deutlich verteuern.
Ist Mieten schlechter als Kaufen?
Nicht automatisch. Mieten bietet beispielsweise mehr Flexibilität. Eigentum kann dagegen langfristig Vermögen schaffen. Welche Variante günstiger ist, hängt von der persönlichen Situation und vielen wirtschaftlichen Faktoren ab.
Warum ist Wohneigentum ein Wirtschaftsthema?
Beim Immobilienkauf treffen viele Bereiche der Wirtschaft zusammen: Einkommen, Sparen, Kredite, Zinsen, Baukosten, Grundstückspreise, Steuern sowie Angebot und Nachfrage.