DekaBank: Infrastrukturinvestitionen als Standortfaktor
In einem Interview thematisiert Dr. Matthias Danne, Vorstand der DekaBank, die Herausforderungen und Chancen bei der Finanzierung der Infrastruktur in Deutschland. Angesichts der Forderung der NATO nach einer Erhöhung der Infrastrukturinvestitionen auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betont Danne, dass intakte Verkehrswege für die Verteidigungsfähigkeit des Landes unerlässlich sind. Im Falle eines Bündnisfalls müssten große Truppenverbände durch Deutschland transportiert werden, was nur mit einer zuverlässigen Infrastruktur möglich ist. Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist somit nicht nur Sicherheitspolitik, sondern auch Standortpolitik.
Danach spricht Danne die erheblichen Finanzierungsbedarfe an. Er schätzt die Infrastrukturfinanzierung auf weit mehr als eine Billion Euro, als die aktuelle Studie vorsieht, da viele Projekte nicht in der Kalkulation erfasst sind. Danne kritisiert die Zweckentfremdung von Geldern und die Bürokratie, die Projekte verlangsamt. Er plädiert für effektive Lösungen wie Öffentlich-Private Partnerschaften, um die notwendige Infrastruktur schneller und effizienter zu errichten. Der Staat solle sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren und Rahmenbedingungen schaffen, während private Unternehmen die Infrastrukturprojekte umsetzen.
Die Infrastrukturinvestitionen könnten sogar als Konjunkturprogramm wirken und die Wirtschaft ankurbeln. Rund 720.000 Arbeitsplätze könnten in den betroffenen Branchen entstehen, und jeder investierte Euro könnte einen positiven wirtschaftlichen Effekt von 1,09 Euro erzeugen. Für Privatanleger erscheinen neue Investitionsmöglichkeiten in Infrastrukturaktien interessant, trotz der planmäßigen Beendigung von Dr. Danne's Tätigkeit bei der DekaBank. Er plant bereits neue Projekte in der Verteidigungsfinanzierung und bleibt in der Branche aktiv.