Ifo-Institut hebt Wirtschaftsprognose für Deutschland an
Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Anzeichen einer leichten Stabilisierung, bedingt durch die Hoffnung auf ein Ende des Irankriegs und verstärkte Staatsausgaben. Das Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 0,8 Prozent angehoben. Für das kommende Jahr wird ebenfalls ein Anstieg von 0,8 Prozent erwartet. Dennoch bleiben die Nachwirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks spürbar, und das Institut prognostiziert eine Inflationsrate von 2,9 Prozent in diesem Jahr und 2,7 Prozent im nächsten Jahr.
Im Frühjahr waren die Wachstumserwartungen noch aufgrund von geopolitischen Spannungen auf 0,6 Prozent gesenkt worden. Die Erhöhung um 0,2 Prozentpunkte zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren beginnt. Dennoch bleibt Deutschland, ebenso wie der Euroraum, hinter den globalen Wachstumserwartungen von über zwei Prozent zurück. Langfristig sind die Aussichten jedoch besorgniserregend. Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser weist darauf hin, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf lediglich 0,1 Prozent sinken könnte. Auf die Herausforderungen hat die Bundesregierung mit Maßnahmen wie dem Tankrabatt reagiert, jedoch ist die Wirksamkeit dieser Maßnahmen umstritten. Ex-Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier schlägt alternative Entlastungsansätze vor und diskutiert, wie Deutschland seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt zurückgewinnen kann.