DAX zeigt Stärke zum Wochenschluss und trotzt politischer Unsicherheit
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09.01.2026

DAX zeigt Stärke zum Wochenschluss und trotzt politischer Unsicherheit

Der deutsche Aktienmarkt setzt seinen positiven Jahresauftakt fort und signalisiert auch zum Ende der Handelswoche Stabilität. Der DAX dürfte die Marke von 25.000 Punkten am Freitag klar verteidigen und mit leichten Gewinnen in den Handel starten. Vorbörsliche Indikationen deuten auf ein moderates Plus hin, womit sich der Leitindex auf Kurs für eine sehr erfolgreiche erste Börsenwoche des neuen Jahres befindet. Bereits jetzt zeichnet sich ein Wochengewinn von nahezu drei Prozent ab, ein bemerkenswerter Start in ein Jahr, das von vielen Unsicherheiten begleitet wird.

Die gute Ausgangslage kommt nicht von ungefähr. Marktbeobachter verweisen auf den sogenannten Januar Effekt, ein Phänomen, das an den Börsen seit Jahrzehnten diskutiert wird. Dabei entwickeln sich Aktienmärkte im ersten Monat des Jahres häufig überdurchschnittlich stark. Gründe dafür sind vielfältig. Frisches Kapital fließt in die Märkte, nachdem zum Jahresende aus steuerlichen Gründen Verkäufe vorgenommen wurden. Hinzu kommt eine allgemein optimistische Grundhaltung vieler Investoren nach dem Jahreswechsel, die sich besonders bei großen Indizes bemerkbar macht.

Der technische Analyst Martin Utschneider sieht den DAX genau in dieser Phase. Seiner Einschätzung nach arbeitet der Index konsequent an diesem saisonalen Muster. Die aktuelle Kursentwicklung spricht dafür, dass Investoren bereit sind, trotz bestehender Risiken weiter Engagements einzugehen. Besonders auffällig ist dabei, dass Rücksetzer bislang schnell aufgefangen werden und Käufer auf niedrigeren Niveaus zugreifen.

Bemerkenswert ist die robuste Stimmung auch vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage. Zum Jahresbeginn haben sich internationale Konflikte keineswegs entspannt. Die Politik von Donald Trump sorgt erneut für Schlagzeilen, während sich im Nahen Osten die Lage verschärft. Im Iran nehmen Proteste zu, und auch andere geopolitische Brennpunkte bleiben ungelöst. Dennoch lassen sich die Aktienmärkte davon bislang kaum beeindrucken.

Der Fokus der Investoren richtet sich stattdessen klar auf die Konjunktur und die Geldpolitik. Am Freitag stehen besonders wichtige Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten im Mittelpunkt. Der US Arbeitsmarktbericht gilt als einer der bedeutendsten Indikatoren für die wirtschaftliche Verfassung der größten Volkswirtschaft der Welt. Gleichzeitig liefert er der Federal Reserve entscheidende Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs.

Sollten die Daten eine Abschwächung des Arbeitsmarktes signalisieren, könnten Erwartungen an Zinssenkungen weiter zunehmen. Dies wäre aus Sicht der Aktienmärkte ein positives Signal, da niedrigere Zinsen die Finanzierungskosten senken und Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen. Umgekehrt könnten überraschend starke Zahlen die Diskussion über eine länger anhaltend straffe Geldpolitik neu entfachen. Entsprechend hoch ist die Nervosität im Vorfeld der Veröffentlichung, auch wenn sie sich bislang nicht in fallenden Kursen widerspiegelt.

Für den DAX bedeutet diese Gemengelage eine Gratwanderung. Einerseits profitiert der Index von der positiven Grundstimmung und dem starken Jahresauftakt. Andererseits hängt die kurzfristige Richtung maßgeblich von Impulsen aus den USA ab. Viele der im DAX gelisteten Unternehmen sind global aufgestellt und stark vom internationalen Konjunkturverlauf abhängig. Entwicklungen auf dem US Arbeitsmarkt haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die Bewertung dieser Konzerne.

Aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild konstruktiv. Der Index bewegt sich klar oberhalb wichtiger Unterstützungszonen und hat mit der 25.000 Punkte Marke eine neue psychologisch relevante Schwelle etabliert. Gelingt es, dieses Niveau auch zum Wochenschluss zu halten, würde dies die These eines nachhaltigen Ausbruchs weiter untermauern. In diesem Fall könnten in den kommenden Wochen weitere Kaufimpulse folgen.

Gleichzeitig mahnen einige Marktbeobachter zur Vorsicht. Die starke Performance der ersten Handelstage könnte kurzfristig auch zu Gewinnmitnahmen verleiten, insbesondere wenn externe Belastungsfaktoren zunehmen. Doch bislang überwiegt der Eindruck, dass Anleger Rücksetzer eher als Gelegenheit zum Einstieg betrachten. Diese Haltung ist typisch für Phasen, in denen Vertrauen in den Markt und Liquidität hoch sind.

Für langfristig orientierte Investoren bleibt entscheidend, ob sich die positive Entwicklung auch fundamental rechtfertigen lässt. Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten und geldpolitische Signale werden in den kommenden Wochen zeigen, ob der starke Jahresstart mehr ist als ein saisonaler Effekt. Der Januar gilt oft als Stimmungsbarometer für das restliche Börsenjahr, auch wenn diese Regel nicht immer zutrifft.

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