Starker Auftragsschub verleiht Windkraftspezialist Nordex neue Planungssicherheit für die kommenden Jahre
Der Windkraftanlagenhersteller Nordex blickt auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Vor allem der deutliche Zuwachs beim Auftragseingang sorgt für Aufmerksamkeit an den Finanzmärkten und stärkt die Perspektiven des im MDAX und TecDAX gelisteten Unternehmens. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass sich die Nachfrage nach Onshore Windenergieanlagen weiter auf hohem Niveau bewegt und Nordex davon spürbar profitiert.
Besonders das vierte Quartal entwickelte sich dynamisch. In den letzten drei Monaten des Jahres bestellten Kunden weltweit insgesamt 547 Windenergieanlagen für Projekte in zwölf Ländern. Ein Großteil dieser Bestellungen entfiel auf Kernmärkte wie Deutschland, Kanada und Frankreich. Diese regionale Verteilung verdeutlicht, dass Nordex sowohl in Europa als auch in Nordamerika gut positioniert ist und von staatlichen Ausbauprogrammen sowie langfristigen Energiezielen profitiert.
Im reinen Projektgeschäft, also ohne das Servicegeschäft, konnte Nordex im Schlussquartal Aufträge mit einer Gesamtleistung von 3.552 Megawatt gewinnen. Das entspricht einem Zuwachs von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dieser Anstieg zeigt, dass sich die Nachfrage nicht nur stabilisiert, sondern weiter wächst. Gerade vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfelds mit hohen Kosten und intensivem Wettbewerb ist dies ein wichtiges Signal für Investoren.
Noch deutlicher fällt der Blick auf das Gesamtjahr aus. 2025 erhöhte sich der Auftragseingang im Projektsegment um mehr als 22 Prozent auf insgesamt 10.214 Megawatt. Im Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 8.336 Megawatt gelegen. Damit gelang Nordex ein kräftiger Sprung, der die Basis für künftige Umsätze und eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten legt. Ein hoher Auftragseingang gilt in der Windbranche als zentraler Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre.
Neben der reinen Menge der Aufträge spielt auch die Preisentwicklung eine wichtige Rolle. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung blieb im vierten Quartal stabil bei 0,89 Millionen EUR pro Megawatt. Diese Stabilität ist bemerkenswert, da der Markt in den vergangenen Jahren von Preisdruck geprägt war. Auf Jahressicht konnte Nordex den durchschnittlichen Verkaufspreis sogar leicht steigern. Für das Gesamtjahr lag dieser bei 0,91 Millionen EUR pro Megawatt, nach 0,90 Millionen EUR im Vorjahr.
Nach Angaben des Unternehmens ist dieser moderate Preisanstieg vor allem auf den Projektumfang und regionale Mixeffekte zurückzuführen. Größere Projekte und ein höherer Anteil an Märkten mit attraktiveren Preisstrukturen wirken sich positiv auf den Durchschnittspreis aus. Für Nordex ist dies ein wichtiger Aspekt, da stabile oder steigende Preise helfen, Kostensteigerungen bei Materialien, Logistik und Personal besser abzufedern.
CEO Jose Luis Blanco zeigte sich entsprechend zufrieden mit der Entwicklung. Er bezeichnete den Auftragsbestand zum Jahresende als solide und hob hervor, dass dieser eine stabile Grundlage für die zukünftige Geschäftsentwicklung bilde. Gerade in der kapitalintensiven Windindustrie ist ein gut gefülltes Auftragsbuch entscheidend, um Investitionen zu planen, Produktionsprozesse zu optimieren und die Profitabilität nachhaltig zu verbessern.
Der starke Auftragseingang spiegelt auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider. In vielen Ländern werden der Ausbau erneuerbarer Energien und insbesondere die Windkraft weiter vorangetrieben. Klimaziele, steigender Strombedarf und der Wunsch nach mehr Energieunabhängigkeit sorgen für eine hohe Nachfrage nach Onshore Windanlagen. Nordex profitiert dabei von seiner breiten Produktpalette und der Fähigkeit, unterschiedliche Standortanforderungen zu bedienen.
Deutschland bleibt dabei ein besonders wichtiger Markt. Der beschleunigte Ausbau der Windenergie an Land, vereinfachte Genehmigungsverfahren und klare Ausbauziele schaffen ein attraktives Umfeld für Hersteller. Gleichzeitig gewinnt Nordex in Märkten wie Kanada und Frankreich an Bedeutung, wo ebenfalls ambitionierte Ausbaupläne verfolgt werden. Diese internationale Aufstellung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Regionen und stabilisiert das Geschäft.
Für Anleger der Nordex Aktie sind die Zahlen ein positives Signal. Der deutliche Anstieg beim Auftragseingang erhöht die Visibilität der künftigen Umsätze und kann dazu beitragen, das Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens zu stärken. In den vergangenen Jahren hatte die Branche mit Margendruck und Unsicherheiten zu kämpfen. Ein wachsendes Auftragsvolumen bei stabilen Preisen ist daher ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Erholung.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Steigende Finanzierungskosten, volatile Rohstoffpreise und ein intensiver Wettbewerb stellen weiterhin Herausforderungen dar. Nordex setzt daher verstärkt auf Effizienzsteigerungen, standardisierte Plattformen und eine enge Zusammenarbeit mit Kunden, um Projekte wirtschaftlich umzusetzen. Der hohe Auftragseingang zeigt, dass diese Strategie am Markt angenommen wird.
Auch der Servicebereich spielt langfristig eine wichtige Rolle, auch wenn er in den genannten Zahlen nicht enthalten ist. Wartung und Serviceverträge sorgen für wiederkehrende Einnahmen und stabilere Cashflows. Mit einer wachsenden installierten Basis an Anlagen dürfte dieses Geschäftsfeld in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen und die Ertragslage zusätzlich stützen.
Unterm Strich markiert das Jahr 2025 für Nordex einen wichtigen Fortschritt. Der kräftige Zuwachs beim Auftragseingang, die stabile Preisentwicklung und ein solider Auftragsbestand schaffen eine gute Ausgangslage für die kommenden Jahre. Für die Nordex Aktie rücken damit wieder stärker die langfristigen Perspektiven in den Fokus. Ob sich diese positive Entwicklung auch in steigenden Margen und Gewinnen niederschlägt, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen. Die aktuellen Zahlen liefern jedoch eine klare Botschaft: Die Nachfrage nach Windenergieanlagen bleibt hoch, und Nordex ist ein relevanter Profiteur dieses Trends.
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