Übernahmefantasie bei Puma endet abrupt und belastet die Aktie massiv
Die seit Monaten kursierenden Übernahmespekulationen rund um den deutschen Sportartikelhersteller Puma haben am Freitag einen deutlichen Dämpfer erhalten. Am Aktienmarkt reagierten Anleger prompt und schickten das Papier auf Talfahrt. Im Verlauf des Nachmittags rutschte die Puma Aktie als Schlusslicht im MDAX zeitweise um bis zu zwölf Prozent ab und fiel auf 18,98 Euro. Damit wurde ein Großteil der zuvor aufgebauten Übernahmefantasie innerhalb weniger Stunden aus dem Kurs ausgepreist.
Bericht über Abbruch der Gespräche sorgt für Verkaufsdruck
Auslöser für den kräftigen Kursrutsch war ein Marktbericht, wonach die Gespräche zwischen der französischen Milliardärsfamilie Pinault und dem chinesischen Sportartikelkonzern Anta Sports offenbar beendet worden seien. Händler verwiesen darauf, dass Investoren auf ein konkretes Angebot gehofft hatten. Mit dem möglichen Ende der Gespräche schwindet nun die Perspektive auf eine zeitnahe Übernahme, was viele kurzfristig orientierte Anleger zum Ausstieg bewegte.
Anta Sports galt seit Monaten als aussichtsreicher Interessent
Anta Sports wurde bereits seit Ende des vergangenen Jahres immer wieder als potenzieller Käufer von Puma genannt. Der chinesische Konzern hat in den vergangenen Jahren eine aggressive Expansionsstrategie verfolgt und sein Markenportfolio deutlich ausgebaut. Neben der traditionsreichen Sportmarke Fila gehört auch der Outdoor Spezialist Jack Wolfskin zu Anta. Eine Übernahme von Puma hätte gut in diese Strategie gepasst und dem Konzern eine stärkere Position auf dem europäischen Markt verschafft.
Bewertungsvorstellungen als zentrales Hindernis für einen Deal
Eine mögliche Transaktion stand jedoch von Beginn an unter einem entscheidenden Vorbehalt. Nach Angaben von Puma hält die Familie Pinault knapp 30 Prozent der Anteile am Unternehmen und spielt damit eine Schlüsselrolle bei jeder Übernahmeentscheidung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Bewertungsvorstellungen der Pinault Familie deutlich über dem lagen, was Anta Sports zu zahlen bereit gewesen sein soll. Genau an diesem Punkt könnten die Gespräche letztlich gescheitert sein.
Aktie fällt zurück in alte Unsicherheiten ohne Übernahmeprämie
Aktie fällt zurück in alte Unsicherheiten ohne Übernahmeprämie
Mit dem Wegfall der Übernahmefantasie rückt für Anleger nun wieder die operative Entwicklung von Puma in den Fokus. Ohne die Aussicht auf eine mögliche Prämie orientiert sich der Kurs erneut stärker an Geschäftszahlen, Margenentwicklung und der Wettbewerbssituation im globalen Sportartikelmarkt. Der deutliche Kurseinbruch zeigt, wie stark die Aktie zuletzt von Spekulationen getragen war. Ob sich das Papier kurzfristig stabilisieren kann, dürfte nun davon abhängen, ob Puma mit operativen Fortschritten neues Vertrauen bei Investoren aufbauen kann.
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