ASML-Aktie erreicht neues Rekordhoch nach starkem Quartal
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28.01.2026

ASML-Aktie erreicht neues Rekordhoch nach starkem Quartal

Der niederländische Halbleiterausrüster ASML hat mit seinen Zahlen für das Schlussquartal 2025 ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Umsatz, Marge und Auftragseingang übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Zusätzlich kündigte der Konzern ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. Die Börse reagierte euphorisch: Die ASML-Aktie sprang am Mittwoch auf ein neues Allzeithoch und setzte damit ihre beeindruckende Rally fort. Auch andere Halbleiterwerte wie Infineon profitierten von der starken Branchenstimmung.

Im vierten Quartal 2025 steigerte ASML seinen Umsatz deutlich. Die Erlöse kletterten von rund 7,5 Milliarden Euro im Vorquartal auf 9,7 Milliarden Euro. Damit lag das Unternehmen klar über den Markterwartungen. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Profitabilität: Die Bruttomarge verbesserte sich im Quartalsvergleich um 0,6 Prozentpunkte auf 52,2 Prozent und übertraf damit ebenfalls die Prognosen der Analysten.

Diese Zahlen unterstreichen die starke Preissetzungsmacht des Konzerns. ASML ist der weltweit führende Anbieter von Lithographiesystemen, die für die Herstellung modernster Halbleiter unverzichtbar sind. Gerade im Hochleistungsbereich für KI-Anwendungen gibt es aktuell kaum Alternativen zu den Systemen des Unternehmens. Das verschafft ASML nicht nur hohe Margen, sondern auch eine außergewöhnlich starke Marktposition.

Auftragseingang signalisiert anhaltenden Investitionsboom

Ein zentrales Highlight der Quartalszahlen war der Auftragseingang. ASML verbuchte Neugeschäft im Volumen von fast 13,2 Milliarden Euro. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit rund der Hälfte gerechnet. Der massive Auftragseingang zeigt, dass die Nachfrage nach modernster Chipfertigungstechnologie weiterhin hoch ist. Nach Einschätzung vieler Marktbeobachter befindet sich die Halbleiterindustrie in einem mehrjährigen Investitionszyklus. Treiber sind vor allem der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die steigende Nachfrage nach leistungsfähigeren Chips sowie die anstehende Erneuerung von PCs, Smartphones und anderen Endgeräten. ASML profitiert von diesen Trends wie kaum ein anderes Unternehmen.

Ausblick für 2026 bleibt ambitioniert

Auch für das laufende Jahr zeigt sich ASML optimistisch. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 8,2 und 8,9 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll dabei zwischen 51 und 53 Prozent liegen. Analysten hatten zuvor vor allem mit dem oberen Ende dieser Spanne gerechnet, was zeigt, dass der Markt die positive Entwicklung bereits antizipiert hatte. Für das Gesamtjahr 2026 peilt ASML Umsätze von 34 bis 39 Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll ebenfalls im Bereich von 51 bis 53 Prozent liegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 erzielte der Konzern Erlöse von knapp 32,7 Milliarden Euro bei einer Marge von 52,8 Prozent. Das unterstreicht, dass ASML nicht nur wächst, sondern dieses Wachstum auch profitabel gestaltet.

Aktie auf Rekordkurs – Bewertung rückt in den Fokus

Nach Veröffentlichung der Zahlen kletterte die ASML-Aktie im frühen Handel auf ein neues Rekordhoch bei 1.309 Euro. Zuletzt notierte das Papier an der Börse in Amsterdam rund fünf Prozent höher bei etwa 1.278 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie ihre Rekordjagd fortgesetzt, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar verdoppelt. Analyst Matt Britzmann von der Investmentplattform Hargreaves Lansdown hob insbesondere den Auftragseingang hervor. ASML habe die Markterwartungen hier um rund 89 Prozent übertroffen. Das sei deutlich mehr als bei Wettbewerbern und spreche für eine weiterhin sehr gute Visibilität der Umsätze.

Gleichzeitig mahnen Experten zur Vorsicht. Ein großer Teil der positiven Entwicklung ist bereits im Kurs eingepreist. Die Bewertung der Aktie ist ambitioniert, was das kurzfristige Kurspotenzial begrenzen könnte. Dennoch bleibt die Stimmung insgesamt positiv, da ASML strukturell von langfristigen Technologietrends profitiert.

Milliarden-Rückkauf stützt die Aktie zusätzlich

Ein weiterer Kurstreiber ist das angekündigte Aktienrückkaufprogramm. ASML plant, bis Ende 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurückzukaufen. Für Investoren ist dies ein starkes Signal. Aktienrückkäufe reduzieren die Zahl der ausstehenden Aktien und erhöhen rechnerisch den Gewinn je Aktie. Gleichzeitig signalisieren sie Vertrauen des Managements in die eigene Geschäftsentwicklung.

Gerade bei einem Unternehmen mit derart hohen Investitionen und technologischer Führungsrolle gilt ein Rückkaufprogramm als Ausdruck finanzieller Stärke. ASML zeigt damit, dass trotz hoher Forschungs- und Entwicklungsausgaben genügend Spielraum für Kapitalrückführungen vorhanden ist.

Halbleitersektor insgesamt im Aufwind

Die starken Zahlen von ASML wirkten sich auch positiv auf andere Halbleiterwerte aus. Besonders Infineon konnte ebenfalls zulegen. Der deutsche Chiphersteller profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Elektromobilität, erneuerbare Energien und Industrieanwendungen. Der gesamte Sektor wird derzeit von mehreren Faktoren getragen: dem Ausbau der KI-Infrastruktur, staatlichen Förderprogrammen für Halbleiterproduktionen und dem strategischen Wunsch vieler Länder, unabhängiger von einzelnen Lieferketten zu werden. ASML steht dabei im Zentrum dieser Entwicklung, da ohne seine Maschinen kaum moderne Chips gefertigt werden können.

Die jüngsten Zahlen bestätigen eindrucksvoll die Sonderstellung von ASML in der globalen Halbleiterindustrie. Umsatz, Marge und Auftragseingang entwickeln sich stärker als erwartet, der Ausblick bleibt robust und das Aktienrückkaufprogramm sorgt für zusätzliche Unterstützung. Zwar ist die Bewertung anspruchsvoll, doch strukturelle Wachstumstreiber wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Chipmodernisierung sprechen weiterhin für das Unternehmen. Für Anleger bleibt die ASML-Aktie ein Kernwert im Technologiesektor – mit hervorragender Marktposition, aber auch mit einem Kursniveau, das wenig Raum für Enttäuschungen lässt.

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