Siemens Aktie: KI Offensive trifft auf Rekordgeschäft, jetzt zählen die Jahreszahlen
Operativ bleibt die Lage jedoch stark. Siemens meldete zuletzt Rekordwerte bei Auftragseingang und Industrieergebnis und baut gleichzeitig die Zusammenarbeit mit NVIDIA bei industrieller künstlicher Intelligenz deutlich aus. Am 12. November folgen die Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026.
Siemens und NVIDIA treiben die autonome Fabrik voran
Die aktuell wichtigste strategische Nachricht kommt aus Erlangen. Siemens und NVIDIA haben dort neue Anwendungen für KI gesteuerte und zunehmend autonome Fertigung vorgestellt. Ein vollständig virtueller Produktionshochlauf soll den Engineering Aufwand um bis zu 85 Prozent reduzieren, während agentenbasierte Produktionsplanung laut Siemens Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent ermöglichen kann. Vorstand Cedrik Neike erklärte gegenüber Reuters, dass Siemens langfristig Automatisierungsgrade von bis zu 80 Prozent in Fabriken anstrebt. Gleichzeitig warnt Personalvorständin Judith Wiese davor, wegen KI auf Einstiegsjobs zu verzichten. Siemens will weiterhin junge Fachkräfte einstellen, damit technisches Wissen und die Fähigkeit zur Kontrolle von KI Ergebnissen erhalten bleiben.
Rekordquartal sorgt für eine höhere Prognose
Fundamental kommt Siemens aus einem sehr starken dritten Geschäftsquartal. Der Auftragseingang stieg vergleichbar um 14 Prozent auf den Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich vergleichbar um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts sprang um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, die Marge erreichte 17,3 Prozent. Auch der Gewinn nach Steuern legte um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Siemens erhöhte deshalb die Prognose für das Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation auf 11,20 bis 11,50 Euro. Beim Konzernumsatz erwartet das Unternehmen weiterhin ein vergleichbares Wachstum von sechs bis acht Prozent.
Siemens entwickelt sich immer stärker von einem klassischen Industriekonzern zu einem Anbieter für Automatisierung, Software, Rechenzentren und industrielle KI. Genau diese Kombination macht die Aktie für den aktuellen Investitionszyklus rund um Digitalisierung und Infrastruktur interessant.
Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob das starke Wachstum bei Smart Infrastructure und Digital Industries auch 2027 anhält und Siemens die hohen Erwartungen an industrielle KI tatsächlich in steigende Margen und Cashflows übersetzt.
Rechenzentren werden zu einem immer wichtigeren Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelt sich Smart Infrastructure. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erzielte Siemens im Rechenzentrumsgeschäft ein dreistelliges Auftragswachstum. Die Prognose für Smart Infrastructure wurde deshalb bereits angehoben. Siemens erwartet dort inzwischen zehn bis elf Prozent vergleichbares Umsatzwachstum und eine Ergebnismarge zwischen 18,5 und 19,5 Prozent.
Zusätzliche Wachstumschancen entstehen durch die zunehmende Nachfrage nach Stromversorgung und Infrastruktur für KI Rechenzentren. Mitte Oktober kündigte Siemens außerdem eine strategische Beteiligung und exklusive Partnerschaft mit Skeleton Technologies an, um sein Angebot für sogenannte AI Factories weiter auszubauen.
Milliardenauftrag und Aktienrückkäufe stützen die Story
Auch das klassische Industriegeschäft liefert neue Impulse. Mitte Oktober erhielt Siemens den nach Unternehmensangaben weltweit größten Auftrag für Batteriezüge. Niedersachsen bestellte 113 Mireo Plus B inklusive Wartung und neuer Depots. Das Auftragsvolumen liegt bei mehr als zwei Milliarden Euro.
Parallel läuft das neue Aktienrückkaufprogramm über bis zu sechs Milliarden Euro. Seit Anfang Juli hat Siemens bis zum 16. Oktober bereits rund 4,86 Millionen Aktien für insgesamt etwa 1,33 Milliarden Euro zurückgekauft. Zusätzlich arbeitet der Konzern weiter an der geplanten Abspaltung von Siemens Healthineers Aktien.
12. November wird zum nächsten großen Test
Die nächsten Jahreszahlen veröffentlicht Siemens am 12. November. Anleger dürften dann besonders auf den Ausblick für 2027, die Entwicklung von Digital Industries, die Nachfrage nach Rechenzentrumstechnik und weitere Details zur Healthineers Abspaltung achten. Die Analystenmeinungen bleiben überwiegend konstruktiv, unterscheiden sich aber deutlich. Jefferies nennt aktuell 300 Euro, Bernstein 330 Euro und JPMorgan 345 Euro als Kursziel. RBC liegt mit 280 Euro näher am aktuellen Kurs. Dabei handelt es sich ausdrücklich um Analysteneinschätzungen und nicht um sichere Prognosen.
Siemens Aktie: Die wichtigsten Fakten
- Die Siemens Aktie schloss am 19. Oktober bei 266,20 Euro.
- Das 52 Wochen Hoch liegt bei 291,70 Euro.
- Der Q3 Auftragseingang erreichte den Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro.
- Der Quartalsumsatz stieg auf 20,8 Milliarden Euro.
- Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts erreichte 3,5 Milliarden Euro.
- Der Gewinn nach Steuern stieg auf 2,6 Milliarden Euro.
- Der Free Cashflow erreichte im dritten Quartal 4,1 Milliarden Euro.
- Siemens erwartet für 2026 ein EPS pre PPA von 11,20 bis 11,50 Euro.
- Das Rechenzentrumsgeschäft von Smart Infrastructure wächst besonders stark.
- Siemens und NVIDIA bauen ihre Zusammenarbeit bei industrieller KI weiter aus.
- Das Aktienrückkaufprogramm umfasst bis zu sechs Milliarden Euro.
- Die Jahreszahlen werden am 12. November 2026 veröffentlicht.
FAQ zur Siemens Aktie
Warum steht die Siemens Aktie aktuell im Fokus?
Siemens baut seine Partnerschaft mit NVIDIA bei industrieller KI deutlich aus. Gleichzeitig rücken die Jahreszahlen am 12. November näher.
Wie waren die letzten Siemens Zahlen?
Im dritten Quartal erreichte Siemens 27,9 Milliarden Euro Auftragseingang und 20,8 Milliarden Euro Umsatz. Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts stieg auf 3,5 Milliarden Euro.
Wie lautet die aktuelle Siemens Prognose?
Siemens erwartet für 2026 sechs bis acht Prozent vergleichbares Umsatzwachstum. Das EPS pre PPA soll zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Siemens?
Industrielle KI gehört zu den wichtigsten strategischen Wachstumsfeldern. Gemeinsam mit NVIDIA arbeitet Siemens an autonomeren Fabriken, digitalen Zwillingen und KI Anwendungen für Industrie und Infrastruktur.
Welche Chancen bietet die Siemens Aktie?
Chancen entstehen vor allem durch Automatisierung, Rechenzentren, industrielle KI, Digitalisierung, Infrastrukturinvestitionen und das starke Auftragsbuch.
Welche Risiken bestehen bei Siemens?
Risiken sind eine schwächere Industriekonjunktur, hohe Erwartungen an das KI Geschäft, Währungseffekte, Investitionszurückhaltung bei Industriekunden und eine mögliche Neubewertung hoch bewerteter Technologieaktien.
Wann veröffentlicht Siemens die nächsten Zahlen?
Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 werden am 12. November veröffentlicht.
Hinweis und Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlagen und Aktien. Infos Unter übernimmt keinerlei Haftung für daraus entstehende Ansprüche.