DAX schließt im Plus und macht zum Monatsende Boden gut
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04.02.2026

DAX schließt im Plus und macht zum Monatsende Boden gut

Ein ereignisreicher Handelstag an den internationalen Finanzmärkten ist zu Ende gegangen. Der deutsche Leitindex DAX konnte am letzten Handelstag des Monats einen Teil der zuvor erlittenen Verluste wieder aufholen und schloss mit einem soliden Tagesgewinn. Für spürbaren Auftrieb sorgten vor allem überzeugende Unternehmenszahlen sowie politische Impulse aus den Vereinigten Staaten, die weltweit für Bewegung an den Märkten sorgten.

Zum Handelsschluss notierte der DAX bei rund 24540 Punkten und lag damit klar im Plus. Auf Monatssicht fiel die Bilanz dennoch verhalten aus. Trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen bewegte sich der Index im Januar insgesamt nur wenig nach oben. Viele Anleger hielten sich angesichts geopolitischer Spannungen und geldpolitischer Unsicherheiten weiterhin zurück.

Anleger bleiben vorsichtig trotz positiver Impulse

Die Stimmung an den Börsen bleibt fragil. Zwar gab es im Tagesverlauf mehrere positive Nachrichten, doch der übergeordnete Rahmen ist weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Investoren wägen Chancen und Risiken sehr genau ab. Konflikte im Nahen Osten, Diskussionen über neue Handelszölle sowie die unklare geldpolitische Perspektive in den USA sorgen für eine insgesamt defensive Grundhaltung.

Dennoch zeigte sich, dass gute Unternehmensnachrichten weiterhin in der Lage sind, punktuell Kauflaune auszulösen. Vor allem Aktien mit überzeugenden Geschäftszahlen standen im Fokus und halfen dem DAX, sich von den Tiefs der vergangenen Tage zu lösen.

Trump bringt Bewegung mit Fed Personalie

Für zusätzliche Dynamik sorgte eine politische Nachricht aus Washington. US Präsident Donald Trump kündigte an, den früheren Fed Gouverneur Kevin Warsh als möglichen Nachfolger für Jerome Powell an der Spitze der US Notenbank vorzuschlagen. Trump veröffentlichte die Ankündigung auf seiner Plattform Truth Social.

Die formale Entscheidung liegt nun beim US Senat, der den Kandidaten bestätigen müsste. Powells reguläre Amtszeit endet im späten Frühjahr. Schon die Spekulation über einen möglichen Führungswechsel bei der Federal Reserve reichte aus, um die Märkte in Bewegung zu setzen.

Warsh gilt als Verfechter strenger Geldpolitik

Kevin Warsh wird von Marktteilnehmern als klarer Verfechter einer restriktiveren Geldpolitik wahrgenommen. Er gilt als jemand, der Preisstabilität über konjunkturelle Impulse stellt und Inflationsrisiken sehr ernst nimmt. Beobachter gehen davon aus, dass er eher für stabile oder sogar höhere Zinsen stehen würde, sollte er tatsächlich den Vorsitz der US Notenbank übernehmen.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ordnete die Personalie positiv ein. Seiner Einschätzung nach dürften sich Befürchtungen über einen politischen Kontrollverlust der Fed mit Warsh nicht bewahrheiten. Diese Aussage trug zur Beruhigung der Märkte bei, auch wenn die Unsicherheit kurzfristig bestehen bleibt.

Adidas sorgt für Auftrieb im DAX

Ein zentraler Kurstreiber in Deutschland war die Aktie von Adidas. Der Sportartikelhersteller legte überzeugende Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vor und übertraf die Erwartungen bei Umsatz und operativem Ergebnis. Trotz Belastungen durch US Zölle und einen schwachen Dollar zeigte sich das Management zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.

Nach Angaben des Unternehmens kostete der ungünstige Wechselkurs rund eine Milliarde Euro Umsatz. Dennoch kündigte Adidas weitere Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe an und gab einen optimistischen Ausblick. Die Aktie reagierte mit einem Kursanstieg von zeitweise mehr als fünf Prozent und gehörte zu den stärksten Werten im DAX.

Apple überzeugt mit starkem Quartal

Zu den positiven Impulsen aus den USA zählte auch die Quartalsbilanz von Apple. Der iPhone Hersteller konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich um rund 15 Prozent steigern und erreichte Erlöse von knapp 144 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in China, wo die Nachfrage nach Premium Smartphones erneut anzog.

Die Zahlen bestätigten die robuste Position von Apple im globalen Technologiemarkt und sorgten für Rückenwind im gesamten US Technologiesektor. Auch europäische Börsen profitierten indirekt von der positiven Stimmung.

Edelmetalle geraten deutlich unter Druck

Während Aktien Unterstützung fanden, setzte sich die Korrektur bei den Edelmetallen fort. Sowohl Gold als auch Silber verzeichneten kräftige Abschläge. Der Silberpreis fiel zeitweise unter die Marke von rund 96 Dollar je Feinunze und verlor in der Spitze mehr als 16 Prozent. Gold gab ebenfalls deutlich nach und rutschte im Tagesverlauf auf etwa 4970 Dollar je Feinunze.

Noch zu Beginn der Woche hatte Gold ein neues Rekordniveau oberhalb von 5000 Dollar erreicht. Die anschließende Korrektur fiel nun umso heftiger aus. Marktbeobachter führen den Preisrückgang vor allem auf die wieder aufkommende Hoffnung auf eine restriktivere Geldpolitik in den USA sowie auf eine leichte Erholung des US Dollars zurück.

Erfolgreicher Börsengang in Frankfurt

Auch am deutschen Kapitalmarkt gab es einen besonderen Moment. In Frankfurt wurde der erste Börsengang des Jahres gefeiert. Das Unternehmen Asta Energy wagte den Schritt aufs Parkett und sorgte für einen gelungenen Start. Der Ausgabepreis lag bei rund 29 Euro, der erste Kurs erreichte jedoch bereits etwa 43 Euro.

Asta Energy ist auf Kupferprodukte spezialisiert und profitiert vom steigenden Bedarf in Bereichen wie Rechenzentren und Energiewende. Mit Siemens Energy hat das Unternehmen einen starken industriellen Partner an seiner Seite. Der erfolgreiche Börsengang wird von Marktteilnehmern als positives Signal für den Kapitalmarktstandort Frankfurt gewertet.

Fazit: Stabilisierung mit vielen offenen Fragen

Der positive Tagesabschluss des DAX zeigt, dass der Markt weiterhin aufnahmefähig für gute Nachrichten ist. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Geldpolitische Unsicherheiten, politische Entscheidungen und geopolitische Risiken dürften auch in den kommenden Wochen für Schwankungen sorgen. Anleger bleiben wachsam und reagieren selektiv. Der Monatswechsel bringt zwar Hoffnung auf neue Impulse, doch die Richtung der Märkte bleibt offen.

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