LOréal Aktie unter Druck: Schwaches China Geschäft belastet Luxussegment
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13.02.2026

LOréal Aktie unter Druck: Schwaches China Geschäft belastet Luxussegment

Die Aktie von L’Oréal gerät nach der Vorlage der Quartalszahlen deutlich unter Druck. Der französische Kosmetikkonzern meldete für das vierte Quartal ein Wachstum, das hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Auf vergleichbarer Basis legten die Erlöse um rund sechs Prozent auf gut 11,3 Milliarden EUR zu. Experten hatten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. Am Freitag reagierten Anleger enttäuscht und schickten die Aktie zeitweise um knapp vier Prozent nach unten.

China Geschäft bleibt Problemzone

Vor allem das Geschäft in China entwickelt sich weiterhin schleppend. LOréal spürt die Zurückhaltung der Verbraucher sowie die schwächere Dynamik im Reiseeinzelhandel in Asien. Besonders betroffen ist die Luxussparte mit Marken wie Lancôme und Yves Saint Laurent. Zwar verbesserte sich die Entwicklung im zweiten Halbjahr leicht, doch der Umsatzanstieg von rund viereinhalb Prozent blieb unter den Erwartungen.

Analysten von Bernstein sprachen von durchwachsenen Zahlen. Das Wachstum habe enttäuscht, insbesondere vor dem Hintergrund hoher Markterwartungen. Auch Barclays verwies auf die schwache Entwicklung in Nordasien als Hauptgrund für die negative Kursreaktion.

Luxussegment verliert an Dynamik

Das Luxusgeschäft gilt als wichtiger Ergebnistreiber für LOréal. Eine Abschwächung in diesem Bereich wird daher besonders sensibel bewertet. Der anhaltende Rückgang im asiatischen Reiseeinzelhandel wirkt sich direkt auf die Nachfrage nach Premium Kosmetik aus. Gleichzeitig bleibt die Konkurrenz stark.

Unternehmen wie Estée Lauder Companies und Coty konnten zuletzt ebenfalls nicht überzeugen. Auch die Parfüm und Kosmetiksparte von Hermès zeigte verhaltene Zahlen. Der gesamte Sektor steht damit unter erhöhter Beobachtung.

Gesamtjahr mit solider Marge

Im Gesamtjahr stieg der Umsatz von LOréal nominal um gut ein Prozent auf rund 44 Milliarden EUR. Das operative Ergebnis legte leicht auf etwa 8,8 Milliarden EUR zu. Die operative Marge verbesserte sich geringfügig auf über 20 Prozent. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch um rund vier Prozent auf etwas mehr als sechs Milliarden EUR.

Trotz des Gewinnrückgangs plant der Konzern eine höhere Dividende. Diese soll um 20 Cent auf 7,20 EUR je Aktie steigen. Das unterstreicht die solide finanzielle Basis des Unternehmens, auch wenn das Wachstumstempo derzeit nachlässt.

Analysten bleiben teilweise optimistisch

Die kanadische Bank RBC bestätigte ihre Einstufung Outperform mit einem Kursziel von 410 EUR. Analystin Wassachon Udomsilpa betonte, dass verfehlte Erwartungen im vierten Quartal zwar nicht hilfreich seien, die langfristige Positionierung von LOréal jedoch intakt bleibe. Besonders positiv entwickle sich das Geschäft in den USA, das einen Teil der Schwäche in Asien ausgleichen könne.

Dennoch zeigt die aktuelle Reaktion an der Börse, wie sensibel Investoren auf geringfügige Abweichungen beim Wachstum reagieren. In einem Umfeld hoher Bewertungen müssen Konzerne wie LOréal konstant liefern.

Ausblick: Erholung in China entscheidend

Für die weitere Kursentwicklung wird entscheidend sein, ob sich die Nachfrage in China stabilisiert. Das Luxussegment bleibt ein zentraler Hebel für Margen und Gewinn. Gelingt hier eine Trendwende, könnte sich auch die Stimmung bei der LOréal Aktie wieder verbessern.

Kurzfristig dürfte die Aktie jedoch anfällig bleiben. Anleger beobachten genau, ob der Konzern im laufenden Jahr wieder stärker wachsen kann. Die Entwicklung in Asien bleibt dabei der wichtigste Faktor für die Bewertung.

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