Nach historischem Durchbruch rücken beim DAX erste Gewinnmitnahmen in den Fokus
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08.01.2026

Nach historischem Durchbruch rücken beim DAX erste Gewinnmitnahmen in den Fokus

Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte Börsengeschichte geschrieben, doch am Donnerstag zeichnet sich eine leichte Verschnaufpause ab. Der DAX hatte erstmals in seiner Historie die Marke von 25.000 Punkten überschritten und damit einen Meilenstein erreicht, der lange als symbolisches Fernziel galt. Nach diesem kraftvollen Schritt nach oben rechnen Marktteilnehmer nun jedoch mit moderaten Gewinnmitnahmen, ohne dass der grundsätzliche Aufwärtstrend infrage gestellt wird.

Am Mittwoch schloss der Leitindex bei 25.122,26 Punkten und legte damit knapp ein Prozent zu. Dieser Stand bedeutete nicht nur ein neues Allzeithoch im Tagesverlauf, sondern auch einen Rekord auf Schlusskursbasis. Für den heutigen Donnerstag deuten vorbörsliche Indikationen auf einen etwas schwächeren Start hin. Erwartet wird ein Rückgang um wenige Punkte, wobei sich der Index weiterhin oberhalb der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke bewegen dürfte. Aus Sicht vieler Analysten wäre dies ein Zeichen von Stabilität nach dem dynamischen Anstieg der vergangenen Tage.

Der Sprung über die runde Tausenderschwelle war das Ergebnis einer anhaltend positiven Marktstimmung. Investoren haben in den vergangenen Wochen verstärkt auf deutsche Aktien gesetzt, getragen von robusten Unternehmenszahlen, Hoffnungen auf eine stabile Geldpolitik und einer insgesamt freundlichen internationalen Börsenlage. Gerade zyklische Werte und Schwergewichte aus Industrie und Technologie profitierten von dieser Entwicklung und zogen den Index nach oben.

Dass es nun zu kleineren Rücksetzern kommen könnte, wird von Marktbeobachtern als normaler Prozess eingeordnet. Nach starken Kursgewinnen nutzen Anleger häufig die Gelegenheit, kurzfristige Gewinne mitzunehmen. Solche Konsolidierungsphasen gelten sogar als gesund, da sie dem Markt ermöglichen, neue Unterstützungszonen auszubilden. Die Marke von 25.000 Punkten könnte dabei künftig eine wichtige Rolle spielen. Viele Investoren sehen sie nun weniger als Widerstand, sondern als potenzielle Haltezone.

Ein wesentlicher Einflussfaktor bleibt die Entwicklung an den US Börsen. Der deutsche Aktienmarkt orientiert sich traditionell stark an der Wall Street. Am Vorabend hatten die großen US Indizes nach anfänglichen Höchstständen an Schwung verloren. Sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der S&P 500 gerieten nach zwischenzeitlichen Rekorden unter Druck. Diese Bewegung wirkte sich auch auf die Stimmung in Europa aus und dürfte den DAX zum Handelsstart belasten.

Nach Einschätzung der Commerzbank verarbeiten die Anleger derzeit mehrere Faktoren gleichzeitig. Dazu zählen neue Aussagen von Donald Trump, die geopolitische Risiken erneut in den Vordergrund gerückt haben. Hinzu kommen aktuelle Daten vom US Arbeitsmarkt, die Hinweise auf die Verfassung der größten Volkswirtschaft der Welt liefern. Solche Informationen beeinflussen Erwartungen an die Geldpolitik und damit auch die Bewertung von Aktien.

Gerade nach dem Erreichen historischer Höchststände reagieren die Märkte sensibel auf neue Impulse. Positive Nachrichten können den Aufwärtstrend verlängern, während Unsicherheiten schnell zu temporären Rücksetzern führen. Für den DAX ist dabei entscheidend, ob externe Belastungsfaktoren lediglich kurzfristiger Natur sind oder das übergeordnete Marktumfeld verändern. Bisher deuten viele Indikatoren darauf hin, dass es sich eher um eine technische Pause als um einen Trendwechsel handelt.

Auch aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild konstruktiv. Der Index bewegt sich klar oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, was den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt. Sollte es zu einem Rückgang kommen, sehen Marktteilnehmer im Bereich um 25.000 Punkte eine erste Unterstützungszone. Darunter könnten weitere Auffanglinien greifen, die in den vergangenen Wochen ausgebildet wurden. Solange diese Bereiche halten, bleibt die Perspektive positiv.

Fundamental wird der Markt weiterhin von mehreren Themen gestützt. Investitionen in Infrastruktur, Energie und Verteidigung sorgen für Fantasie bei Industrie und Technologiewerten. Gleichzeitig hoffen Anleger auf ein Umfeld ohne weitere Zinserhöhungen, was Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver macht. Zwar bleiben geopolitische Risiken präsent, doch bislang zeigen sich die Märkte bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber politischen Spannungen.

Für kurzfristig orientierte Investoren könnte der heutige Handelstag daher von Vorsicht geprägt sein. Langfristige Anleger hingegen sehen mögliche Rücksetzer eher als Gelegenheit, Positionen auszubauen. Die Tatsache, dass der DAX die 25.000-Punkte-Marke überwunden hat, wird von vielen als strukturelles Signal gewertet. Sie interpretieren diesen Schritt als Ausdruck der Stärke des Marktes und der hohen Liquidität, die weiterhin in Aktien fließt.

Entscheidend wird sein, wie sich die internationalen Börsen im weiteren Tagesverlauf entwickeln. Sollten sich die US Märkte stabilisieren oder erneut zulegen, könnte auch der DAX schnell wieder nach oben drehen. Bleibt der Druck aus Übersee bestehen, dürfte sich die Konsolidierung etwas ausdehnen, ohne jedoch den langfristigen Aufwärtstrend zu gefährden.

Unterm Strich deutet vieles darauf hin, dass der DAX nach seinem historischen Durchbruch zunächst Luft holt. Kleine Gewinnmitnahmen gelten als wahrscheinlich, doch die zentrale Marke von 25.000 Punkten dürfte aus heutiger Sicht Bestand haben. Für den deutschen Leitindex beginnt damit eine neue Phase, in der nicht mehr das Erreichen, sondern das Verteidigen dieses Niveaus im Mittelpunkt steht. Anleger werden genau beobachten, ob sich aus dem bisherigen Rekordlauf ein nachhaltiger neuer Gleichgewichtspunkt am Aktienmarkt entwickelt.

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