Nach schwachem Börsenjahr rückt die Amazon Aktie wieder ins Visier optimistischer Investoren
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07.01.2026

Nach schwachem Börsenjahr rückt die Amazon Aktie wieder ins Visier optimistischer Investoren

Die Aktie des US Technologiekonzerns Amazon hat Anleger im Jahr 2025 kaum begeistert. Während andere Schwergewichte aus dem Technologiesektor neue Höhen erklommen, blieb Amazon deutlich zurück. Am Ende des Jahres stand lediglich ein moderates Kursplus, was den Konzern innerhalb der sogenannten Magnificent Seven zum schwächsten Performer machte. Dennoch mehren sich nun die Stimmen, die für das Jahr 2026 eine deutliche Trendwende erwarten und der Aktie wieder erhebliches Potenzial zuschreiben.

Rückblickend war 2025 für Amazon von starken Schwankungen geprägt. Phasen mit spürbaren Kursgewinnen wechselten sich mit längeren Korrekturen ab. Unter dem Strich blieb davon wenig übrig. Im Vergleich zu anderen großen US Technologiewerten wirkte die Entwicklung enttäuschend. Investoren fragten sich zunehmend, warum der weltgrößte Onlinehändler trotz seiner Marktmacht und breiten Aufstellung nicht stärker von den großen Technologietrends profitieren konnte.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor lag in der politischen Großwetterlage. In der ersten Jahreshälfte wirkten sich handelspolitische Maßnahmen der US Regierung dämpfend auf das Geschäft aus. Zölle und damit verbundene Preissteigerungen im Einzelhandel führten dazu, dass Konsumenten vorsichtiger wurden. Für Amazon bedeutete dies geringere Verkaufsvolumina in bestimmten Segmenten. Hinzu kam, dass niedrigere Umsätze im Onlinehandel auch das Werbegeschäft belasteten, das in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Ertragstreiber geworden war.

Im weiteren Jahresverlauf verlagerte sich der Fokus der Investoren zunehmend auf das Thema Künstliche Intelligenz. Während Wettbewerber wie Microsoft und Alphabet mit starkem Wachstum ihrer Cloud Plattformen punkten konnten, wirkte Amazons Cloud Sparte AWS vergleichsweise verhalten. Dies nährte die Sorge, dass der Konzern im globalen Rennen um KI Infrastruktur ins Hintertreffen geraten könnte. Gerade im Umfeld einer Börse, die stark auf Zukunftserzählungen reagiert, wog dieser Eindruck schwer.

Aus Sicht einiger Marktbeobachter greift diese Kritik jedoch zu kurz. Vertreter von Argent Capital Management verweisen darauf, dass Amazon später als andere große Anbieter mit dem massiven Ausbau von KI Rechenzentren begonnen habe. Dieser zeitliche Rückstand erkläre das langsamere Wachstum von AWS in der jüngeren Vergangenheit. Entscheidend sei jedoch nicht der Rückblick, sondern die Perspektive für die kommenden Jahre. Genau hier setzen die optimistischen Einschätzungen für 2026 an.

Nach Einschätzung von Argent Capital Management dürfte Amazon im kommenden Jahr deutlich an Dynamik gewinnen. Für die Cloud Sparte wird ein Wachstum von mehr als 20 Prozent erwartet. Gleichzeitig rechnen die Experten mit einem klaren Aufschwung im klassischen Handelsgeschäft. Auch hier soll das Umsatzwachstum wieder in den zweistelligen Bereich zurückkehren. Die Kombination aus wachsender Cloud Nachfrage, stabilisiertem Einzelhandel und steigenden Werbeeinnahmen könnte dem Konzern neuen Rückenwind verleihen.

Besonders das Thema Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Amazon investiert inzwischen massiv in eigene KI Lösungen, leistungsfähige Rechenzentren und neue Dienste für Unternehmenskunden. AWS gilt trotz der jüngsten Zweifel weiterhin als eine der weltweit führenden Cloud Plattformen. Mit zunehmender Verbreitung von KI Anwendungen steigt auch der Bedarf an skalierbarer Infrastruktur. Davon könnte Amazon überproportional profitieren, sobald die Investitionen der vergangenen Jahre ihre volle Wirkung entfalten.

Auch andere große Analysehäuser teilen diese Einschätzung. Sowohl BMO Capital Markets als auch JPMorgan sehen Anzeichen für eine bevorstehende Erholung der Aktie. In ihren Ausblicken verweisen sie auf eine verbesserte operative Effizienz, eine entspanntere Kostenstruktur und das Potenzial neuer Geschäftsfelder. Besonders das margenstarke Cloud und Werbegeschäft dürfte in einem freundlicheren wirtschaftlichen Umfeld wieder stärker in den Fokus rücken.

Ein weiterer Punkt ist die Bewertung der Aktie. Nach der vergleichsweise schwachen Entwicklung im Jahr 2025 erscheint Amazon im Vergleich zu anderen Tech Schwergewichten weniger ambitioniert bewertet. Für langfristig orientierte Anleger könnte dies eine attraktive Ausgangslage darstellen, sofern sich die erwartete operative Erholung tatsächlich einstellt. Viele Investoren setzen darauf, dass der Markt eine mögliche Trendwende frühzeitig einpreist.

Natürlich bleiben Risiken bestehen. Politische Unsicherheiten, regulatorischer Druck und intensiver Wettbewerb gehören weiterhin zum Alltag des Konzerns. Dennoch überwiegt bei vielen Analysten der Eindruck, dass Amazon nach einem Jahr der Enttäuschung vor einer neuen Wachstumsphase stehen könnte. Sollte es gelingen, die KI Strategie erfolgreich umzusetzen und gleichzeitig das Kerngeschäft zu stabilisieren, könnte 2026 tatsächlich zu einem deutlich besseren Börsenjahr werden als 2025.

Für die Amazon Aktie bedeutet dies eine spannende Ausgangslage. Vom Schlusslicht der großen Tech Konzerne könnte sich der Titel wieder zu einem der Treiber entwickeln. Ob diese Erwartung aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt, dass viele professionelle Investoren Amazon wieder sehr genau auf dem Zettel haben.

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