Swiss Estates AG stärkt Kapitalbasis durch Übernahme
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08.01.2026

Swiss Estates AG stärkt Kapitalbasis durch Übernahme

Die Swiss Estates AG hat mit einer umfassenden Kapitalmaßnahme einen wichtigen Schritt zur weiteren strategischen Ausrichtung vollzogen. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung Anfang Januar 2026 beschlossen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung, die im Zusammenhang mit der vollständigen Übernahme der Kolumbus Immobilien AG steht. Damit stärkt Swiss Estates nicht nur ihre Beteiligungsstruktur, sondern erweitert zugleich die Substanz ihres Immobilienportfolios.

Kern der Transaktion ist ein Sacheinlagevertrag, über den Swiss Estates die noch ausstehenden Anteile an der Kolumbus Immobilien AG übernimmt. Bereits im Dezember 2025 waren zehn Prozent des Aktienkapitals eingebracht worden. Mit dem nun beschlossenen Schritt werden die restlichen 90 Prozent übernommen, womit Kolumbus Immobilien vollständig in den Konzern integriert wird. Die Übertragung erfolgt durch die Einlage von 900 Namenaktien der Kolumbus Immobilien AG mit einem Nominalwert von jeweils 100 CHF.

Als Gegenleistung für diese Sacheinlage erhält die einbringende Gesellschaft Kolumbus Group AG neu ausgegebene Beteiligungspapiere der Swiss Estates AG. Konkret handelt es sich um mehr als 6,52 Millionen neue Namenaktien mit einem Nennwert von je 5 CHF sowie zusätzlich 1,49 Millionen neue Inhaber Partizipationsscheine, ebenfalls mit einem Nominalwert von 5 CHF. Diese Wertpapiere werden vollständig durch die Sacheinlage liberiert und erhöhen entsprechend das Eigenkapital der Gesellschaft.

Grundlage für die Kapitalerhöhung war eine externe, zertifizierte Bewertung der Kolumbus Immobilien AG. Diese kam zu einem Gesamtwert von rund 44,9 Millionen CHF. Auf Basis dieser Bewertung ergibt sich für jede einzelne Aktie der Kolumbus Immobilien AG ein Wert von 44.9 CHF. Die im Rahmen der Sacheinlage eingebrachten 900 Aktien repräsentieren somit einen Gesamtwert von über 40 Millionen CHF, der nun direkt in die Kapitalstruktur der Swiss Estates AG einfließt.

Mit diesem Schritt verfolgt Swiss Estates konsequent ihre Wachstumsstrategie im Schweizer Immobilienmarkt. Der Fokus liegt dabei klar auf Wohnimmobilien in urbanen Lagen sowie in wirtschaftlich starken Agglomerationen. Diese Segmente gelten als vergleichsweise stabil, da sie von einer konstant hohen Nachfrage nach Wohnraum profitieren. Insbesondere in Schweizer Städten und deren Umland bleibt das Angebot begrenzt, während die Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung den Bedarf weiter stützen.

Neben der Kapitalmaßnahme wurden auf der außerordentlichen Generalversammlung auch personelle Veränderungen auf Ebene des Verwaltungsrats beschlossen. Die bisherigen Verwaltungsräte Christian Terberger und Udo Rössig erklärten ihren Rücktritt. Gleichzeitig wählten die Aktionäre mit Adrian Uebersax, Petar Rados und Sanjeevan Santhasivam drei neue Mitglieder in das oberste Führungsgremium der Gesellschaft. Damit stellt Swiss Estates die Weichen für eine künftig breiter abgestützte strategische Führung.

Die Zustimmung der Aktionäre fiel dabei äußerst deutlich aus. Sämtliche zur Abstimmung vorgelegten Anträge erhielten eine Zustimmung von über 99 Prozent der vertretenen Stimmen. Dieses Ergebnis unterstreicht das Vertrauen der Anteilseigner in den eingeschlagenen Kurs des Unternehmens. Gerade bei Kapitalerhöhungen ist ein solch klares Votum ein wichtiges Signal an den Markt, da es die Akzeptanz für Verwässerungseffekte und strukturelle Veränderungen dokumentiert.

Aus strategischer Sicht bietet die vollständige Integration der Kolumbus Immobilien AG mehrere Vorteile. Zum einen erweitert sich das Immobilienportfolio von Swiss Estates quantitativ und qualitativ. Zum anderen lassen sich Verwaltung, Finanzierung und Entwicklung der Objekte künftig zentral steuern. Dies schafft Skaleneffekte und kann die operative Effizienz verbessern. Zudem stärkt ein größerer Immobilienbestand die Verhandlungsposition gegenüber Finanzierungspartnern und Dienstleistern.

Für Investoren ist insbesondere der Charakter der Kapitalerhöhung relevant. Da sie über eine Sacheinlage und nicht über eine Barkapitalerhöhung erfolgt, fließt dem Unternehmen unmittelbar Substanz in Form von Immobilienvermögen zu. Dies unterscheidet sich deutlich von klassischen Kapitalmaßnahmen, bei denen Liquidität aufgenommen wird, deren Verwendung erst noch erfolgen muss. In diesem Fall erhöht sich das Anlagevermögen direkt und nachvollziehbar.

Gleichzeitig verändert sich durch die Ausgabe neuer Aktien und Partizipationsscheine die Aktionärsstruktur. Die Kolumbus Group AG wird zu einem bedeutenden Anteilseigner der Swiss Estates AG. Solche Konstellationen können langfristig von Vorteil sein, wenn strategische Interessen aufeinander abgestimmt sind und gemeinsame Wachstumsziele verfolgt werden. Der hohe Zustimmungsgrad der Generalversammlung deutet darauf hin, dass die übrigen Aktionäre diese Entwicklung unterstützen.

Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt trotz konjunktureller Unsicherheiten ein vergleichsweise defensives Investmentumfeld. Steigende Baukosten, regulatorische Vorgaben und begrenzte Flächen sorgen dafür, dass das Angebot an neuem Wohnraum nur langsam wächst. Für Bestandshalter mit Fokus auf Wohnimmobilien in guten Lagen ergeben sich daraus stabile Ertragschancen. Swiss Estates positioniert sich mit ihrer langfristigen Ausrichtung genau in diesem Segment.

Mit der nun vollzogenen Kapitalerhöhung und der vollständigen Übernahme der Kolumbus Immobilien AG setzt Swiss Estates ein klares Zeichen. Das Unternehmen baut seine Vermögensbasis aus, stärkt die Governance Struktur und unterstreicht seinen Anspruch, als langfristig orientierter Investor im Schweizer Wohnimmobilienmarkt weiter zu wachsen. Für Anleger signalisiert dieser Schritt Kontinuität, strategische Klarheit und eine klare Fokussierung auf substanzstarke Assets.

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