Thyssenkrupp kämpft mit Stahl Sanierung und schwachem Markt
Der Industriekonzern Thyssenkrupp steht weiter unter Druck. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember weitete sich der Verlust deutlich aus. Unter dem Strich fiel ein Fehlbetrag von rund 360 Millionen Euro an, nachdem im Vorjahr ein Minus von etwa 55 Millionen Euro verbucht worden war. Hauptursache sind hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft sowie Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Automation Engineering.
Ebit stieg dennoch auf 215 Millionen Euro
Trotz dieser Belastungen konnte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern zulegen. Das bereinigte Ebit stieg um rund neun Prozent auf gut 215 Millionen Euro und lag leicht über den Erwartungen des Marktes. Das laufende Transformationsprogramm zeigt damit erste operative Wirkung. Konzernchef Miguel López betonte, dass Fortschritte bei Effizienz und Kostenstruktur sichtbar seien, auch wenn das Umfeld schwierig bleibe.
Umsatz sank um 7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro
Der Umsatz sank im Quartal um etwa sieben Prozent auf knapp 7,3 Milliarden Euro. Eine schwächere Nachfrage sowie niedrigere Preise setzten dem Konzern zu. Analysten waren zuvor von stabileren Erlösen ausgegangen. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Auftragseingang aus. Dieser brach um rund 35 Prozent auf etwa 7,8 Milliarden Euro ein. Allerdings hatte es im Vorjahreszeitraum mehrere Großaufträge im Marineschiffbau gegeben, die den Vergleich verzerren. Im Stahlbereich bleibt die Lage angespannt. Hohe Energiepreise, schwache Industriekonjunktur und Überkapazitäten belasten das Geschäft. Die geplante Sanierung des Stahlsegments dürfte weiterhin hohe Kosten verursachen. Für das Gesamtjahr rechnet Thyssenkrupp mit einem Konzernverlust zwischen rund 420 und 780 Millionen Euro. Damit bleibt der Spielraum begrenzt.
Aussicht für die Thyssenkrupp Aktie
Für die Thyssenkrupp Aktie bedeutet das gemischte Signale. Einerseits zeigen operative Kennzahlen Fortschritte, andererseits drücken Restrukturierung und Marktschwäche weiter auf die Bilanz. Entscheidend wird sein, ob das Transformationsprogramm nachhaltig greift und sich die Nachfrage in zentralen Industriebereichen stabilisiert. Anleger beobachten daher genau, ob sich die Effizienzgewinne in den kommenden Quartalen stärker im Ergebnis niederschlagen.
Hinweis und Haftungsausschluss
Dieser Text dient nur zur allgemeinen Information und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanz-Produkten. Sämtliche Informationen und Artikel dienen nicht als Anlageberatung. Infos Unter übernimmt keinerlei Haftung für daraus entstehende Ansprüche.