Warum Gold 2025 alle Rekorde gebrochen hat
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02.01.2026

Warum Gold 2025 alle Rekorde gebrochen hat

Gold hat 2025 ein historisches Jahr erlebt. Politische Unsicherheit, Notenbankkäufe und Anlegerpsychologie trieben den Preis auf neue Höchststände.

Politische Krisen und wirtschaftliche Unsicherheit als Preistreiber

Der Goldpreis legte im Jahr 2025 um fast zwei Drittel zu und überschritt gleich mehrere historische Marken. Erstmals stieg der Preis pro Feinunze über 3.000 US Dollar und erreichte im Herbst sogar Niveaus jenseits von 4.000 US Dollar. Bis zum Jahresende summierte sich das Plus auf knapp 70 Prozent. Diese Rally spiegelt vor allem die wachsende Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten wider. Ein zentraler Faktor war die erratische Handelspolitik von Donald Trump, die Investoren immer wieder verunsicherte. Hinzu kamen der anhaltende Krieg in der Ukraine, neue Spannungen im Nahen Osten sowie eine insgesamt schwächelnde Konjunktur in vielen großen Volkswirtschaften. In einem solchen Umfeld greifen Anleger traditionell verstärkt zu Gold als Absicherung.

Notenbanken kehren dem Dollar den Rücken

Ein besonders wichtiger Treiber der Rally war die starke Nachfrage der Notenbanken. Viele Staaten haben ihre Goldreserven gezielt ausgebaut, um sich unabhängiger vom US Dollar zu machen. Hintergrund ist unter anderem die Erfahrung, dass die USA im Zuge von Sanktionen gegen Russland ausländische Devisenreserven einfrieren konnten. Dieses Vorgehen hatte eine deutliche Signalwirkung auf andere Länder. Gold gilt als international akzeptierter Wertspeicher, der nicht direkt von einzelnen Staaten kontrolliert wird. Vor allem Schwellenländer setzen daher zunehmend auf das Edelmetall. Diese strukturelle Nachfrage hat dem Goldpreis zusätzlichen Rückenwind verliehen und ihn weniger anfällig für kurzfristige Marktschwankungen gemacht.

China und andere Staaten bauen Goldreserven aus

Besonders aktiv zeigte sich die chinesische Zentralbank. Über Jahre hinweg hatte China große Dollarüberschüsse vor allem in US Staatsanleihen investiert. Inzwischen erfolgt jedoch eine schrittweise Umschichtung in Gold. Neben politischen Überlegungen spielt auch die hohe Staatsverschuldung der USA eine Rolle, die mittlerweile bei deutlich über 35 Billionen US Dollar liegt. Experten betonen zwar, dass der Dollar damit noch nicht ernsthaft als Weltleitwährung infrage gestellt wird. Dennoch ist eine klare Tendenz zur Diversifizierung erkennbar. Neben China zählen auch Länder wie die Türkei oder Brasilien zu den aktiven Goldkäufern der vergangenen Jahre.

Psychologie verstärkt die Dynamik am Markt

Neben fundamentalen Faktoren spielt auch die Psychologie der Anleger eine entscheidende Rolle. Gold genießt seit Jahrhunderten den Ruf einer krisenfesten Anlage. Anders als Papierwährungen besitzt es einen physischen Wert und wird zusätzlich in der Schmuckindustrie sowie in der Elektronik nachgefragt. Das Überschreiten markanter Preisgrenzen wirkt dabei wie ein Katalysator. Sobald neue Rekordmarken fallen, springen zusätzliche Käufer auf den Zug auf und verstärken die Bewegung. Dieser Effekt war auch 2025 deutlich zu beobachten, als der Goldpreis mehrere runde Schwellen in kurzer Zeit hinter sich ließ.

Blick nach vorn: Kommt 2026 eine Verschnaufpause

Für 2026 erwarten Analysten weiterhin ein hohes Preisniveau, rechnen jedoch mit einer moderateren Entwicklung. Viele Experten halten eine technische Korrektur für möglich, sehen aber kaum Raum für einen starken Rückgang. Ein leichter Rücksetzer würde aus Marktsicht sogar als gesund gelten. Entscheidend wird sein, wie sich die Geldpolitik entwickelt. Sollte die US Notenbank unter einem neuen Vorsitz ihre Unabhängigkeit verlieren oder die Zinsen länger hoch bleiben, könnte dies den Dollar schwächen und Gold weiter stützen. Auch politische Ereignisse wie die US Zwischenwahlen dürften Einfluss auf die Marktstimmung haben.

Langfristig bleiben viele Experten optimistisch. Einige halten sogar deutlich höhere Preise in den kommenden Jahren für möglich. Gleichzeitig gilt jedoch: Steigende Preise regulieren irgendwann auch die Nachfrage. Wann dieser Punkt erreicht ist, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass Gold mit einem Preis von über 4.400 US Dollar zum Jahresende 2025 ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen hat.

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