Warum Gold auch 2026 im Fokus der Märkte bleibt und Banken weiter steigende Preise erwarten
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17.01.2026

Warum Gold auch 2026 im Fokus der Märkte bleibt und Banken weiter steigende Preise erwarten

Gold bleibt für Investoren weltweit eines der beherrschenden Themen an den Rohstoffmärkten. Große US Investmentbanken sind sich in ihrer Einschätzung bemerkenswert einig. Auch über das laufende Jahr hinaus dürfte das Edelmetall weiter an Wert gewinnen und seine Rolle als strategischer Stabilitätsanker festigen. Für 2026 rechnen mehrere Häuser mit Preisen, die erneut in Regionen vorstoßen könnten, die noch vor wenigen Jahren als kaum erreichbar galten.

Besonders stark im Fokus steht dabei die Rolle der Zentralbanken. Nach Einschätzung von Goldman Sachs bleibt deren Nachfrage einer der wichtigsten Preistreiber. Die Analysten des Hauses erwarten bis zur Mitte des Jahres 2026 einen Goldpreis von rund 4.000 US Dollar je Feinunze. Damit fällt die Prognose zwar etwas vorsichtiger aus als bei einigen Wettbewerbern, sie unterstreicht jedoch den langfristigen Aufwärtstrend. Goldman Sachs verweist darauf, dass sich die Geldpolitik in den USA perspektivisch lockern dürfte und gleichzeitig die Goldkäufe vieler Notenbanken auf hohem Niveau verharren.

Ein struktureller Faktor gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. In vielen Schwellenländern sind die Goldbestände der Zentralbanken im internationalen Vergleich noch immer relativ niedrig. Genau hier setzt laut Goldman Sachs eine strategische Neuausrichtung ein. Die Diversifizierung der Währungsreserven schreitet voran, wobei Gold eine immer wichtigere Rolle spielt. Die Analysten sehen darin keinen kurzfristigen Effekt, sondern einen langfristigen Umbau der Reservepolitik. Ein Indiz dafür liefert der World Gold Council, dessen Umfragen zeigen, dass fast die Hälfte der befragten Zentralbanken plant, ihre Goldreserven weiter auszubauen. Ein solcher Wert wurde zuletzt vor mehreren Jahren erreicht.

Zusätzlich kommt Bewegung von der spekulativen Seite der Märkte. An den Terminbörsen haben Investoren ihre Positionen auf steigende Goldpreise zuletzt deutlich ausgeweitet. Nach Einschätzung von Goldman Sachs befinden sich die Netto Long Positionen an der COMEX inzwischen auf einem Niveau, das seit rund zehn Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Dies signalisiert ein hohes Vertrauen in weiter steigende Notierungen, erhöht aber zugleich die Aufmerksamkeit für mögliche kurzfristige Schwankungen.

Noch deutlicher positioniert sich JPMorgan Chase. Die Rohstoffstrategen der Bank sehen Gold fest in einem strukturellen Aufwärtstrend verankert. Nachdem das Edelmetall im Jahr 2025 mehrfach neue Rekordstände erreicht hatte, rechnet JPMorgan auch 2026 mit weiterem Potenzial. Die Chef Rohstoffstrategin Natasha Kaneva verweist dabei auf ein Umfeld, das von zunehmenden Rezessionsrisiken, geopolitischen Spannungen und anhaltenden Handelskonflikten geprägt ist. In einem solchen Szenario bleibe Gold für viele Investoren der bevorzugte sichere Hafen.

JPMorgan geht davon aus, dass der Goldpreis im zweiten Quartal 2026 ebenfalls in die Nähe von 4.000 US Dollar je Unze steigen könnte. Als zentrale Treiber gelten dabei die fortgesetzten Käufe der Notenbanken sowie eine stabile Nachfrage von institutionellen Investoren. Allein im Jahr 2025 sollen Zentralbanken weltweit rund 900 Tonnen Gold erworben haben. Dieser Trend dürfte sich nach Einschätzung der Bank auch im kommenden Jahr fortsetzen. Hinzu kommt die Erwartung eines schwächeren US Dollar, der Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten zusätzlich attraktiver macht.

Auch die Rolle der Geldpolitik spielt eine wichtige Rolle. Sinkende oder zumindest stabilere Zinsen erhöhen die Attraktivität von Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Sobald die Opportunitätskosten geringer werden, rückt Gold für viele Anleger stärker in den Fokus. JPMorgan sieht Gold daher als effektive Absicherung gegen eine Kombination aus Stagflation, wirtschaftlicher Abschwächung, Währungsabwertung und politischen Risiken, insbesondere mit Blick auf die USA.

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