Bayer muss sich Glyphosat-Vorwürfen stellen
Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat dem Bayer-Konzern vorgeworfen, seiner Verantwortung im Umgang mit Gen-Soja und Glyphosat in Lateinamerika nicht nachzukommen, was zu gesundheitlichen Problemen bei Anwohnern geführt hat. Atemwegserkrankungen und Krebsfälle sind in den betroffenen Gebieten, insbesondere in Argentinien, dokumentiert. Zudem ist das Trinkwasser in mehreren Regionen mit Glyphosat belastet, während indigene Gruppen gewaltsam von ihrem Land vertrieben werden und Regenwaldflächen für den Anbau von Gen-Soja abgeholzt werden.
Im April 2024 wandten sich Betroffene aus Brasilien, Argentinien, Bolivien und Deutschland an das deutsche Wirtschaftsministerium. Sie forderten eine Prüfung, ob Bayer gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verstoßen hat. Während die Nationale Kontaktstelle die Beschwerde nun teilweise angenommen hat, schloss sie eine Klärung konkreter Schadensfragen aus, was von den NGOs kritisiert wurde.
Bayer weist die Vorwürfe zurück und betont, dass Glyphosat von internationalen Behörden als sicher eingestuft wurde. Die NGOs, die Fälle von Gesundheitsproblemen und Umweltzerstörung dokumentiert haben, sind unzufrieden mit dem langsamen Fortschritt des Verfahrens, welches durch finanzielle Barrieren und eine lange Bearbeitungszeit erschwert wurde. Sie fordern verbindliche Sorgfaltspflichtgesetze, um die Rechte der Betroffenen zu schützen.